Meine Woche | KW 16

Ein Tag ohne Listen – wie kann das gehen?

Oliver Graue ist Chefredakteur BizTravel
FVW Medien
Oliver Graue ist Chefredakteur BizTravel

An dieser Stelle berichtet Oliver Graue, Redaktionsleiter Business Travel bei fvw | TravelTalk, über seine Woche im Business Travel.

Montag, 19. April 2021

"Alle Reisewarnungen und Einreisen auf einen Blick", "So gelangt man in die wichtigsten Fernreiseziele", "Diese Länder sind wieder ohne Reisewarnung" – oder "In diese Länder reisen Geimpfte frei ein": Seit fast 14 Monaten betreue ich bei uns nun die sogenannten Einreiselisten. Jeder Arbeitstag beginnt für mich damit, mich darüber schlau zu machen, ob und wie sich Einreisebedingungen oder Risikogebiete geändert haben. Und dies dann in unsere Übersichten einzupflegen.

Die Resonanz ist überwältigend. Seit Ende Februar 2020 landen die Listen fast täglich in den Top-10 der meistgeklickten Artikel auf fvw.de, und Lob kommt selbst von großen Reiseveranstaltern und Reisebüro-Ketten.

Und trotzdem freue ich mich auf den Tag, an dem solche Listen nicht mehr nötig sein werden. Ich sehne den Augenblick herbei, an dem ich die Länder wieder wirklich bereisen kann, statt über ihre Einreisebedingungen zu berichten – über Quarantäne-Pflichten, PCR-Tests, Gesundheitsregistrierungen, Tracing-Apps, geöffnete Grenzübergänge, Inzidenzwerte oder Impfnachweise.

Doch werde ich mich, wenn ich wieder persönlich in den Ländern bin, ganz frei machen können von meinen Listenerfahrungen? Oder werde ich denken, wenn ich Land A bin: Oh, das ist doch der Staat, der jeden Tag seine Bedingungen geändert und mich viele Nerven gekostet hat? (ja, den gibt es – und es ist nicht Deutschland.) Und: Ah, jetzt bin ich also in dem Land, das zwar zu den kleinsten in Europa gehört, dessen Einreisekonditionen aber imner die längsten und kompliziertesten waren?

Vor allem aber frage ich mich schon heute: Wie werde ich meinen Tag starten – so ganz ohne Einreiselisten? Welchen Vorwand habe ich dann, andere Arbeiten aus Zeitgründen abzulehnen (ich muss mich ja schließlich um die Listen kümmern!)? Und welche neuen Listen könnte ich führen?

Dienstag, 20. April 2021

Ungewöhnliche Bauten, schräge Städte: Ich mag Häuser und ganze Städte, die von der Norm abweichen. Entweder, weil sie besonders hübsch sind (ich habe an dieser Stelle kürzlich über Görlitz geschrieben). Oder einfach, weil sie anders sind. Mannheim gehört dazu, deren Innenstadt aus Quadraten besteht, die keine Straßennamen tragen, sondern etwa E1/F1 oder C5/B4 heißen. Und ich mag den Wallfahrtsdom im bergischen Neviges, ein riesiges Zelt aus Beton.

"Gestimmte Räume" heißt ein sehr aufwendig gestaltetes, auf Premium-Papier gedrucktes und gefühlt fünf Kilo schweres Buch aus dem Kunstbuchverlag Hirmer (380 Seiten, 69 Euro). In großformatigen Bildern, Plänen und Grundrissen stellt das Architektenbüro Meck darin mehr als 60 seiner Projekte vor – solche, die es in die Realität umgesetzt hat und einige, die es in Wettbewerben eingereicht hat.

Hirmer


Das reicht von der Hochschulbibliothek München über das Rathaus Maitenbeth bis zur Aussegnungshalle Riem und zu zahlreichen Wohnhäusern. Und zu jedem Objekt schreiben die Architekten kurz, wie sie ihre oberste Leitlinie umgesetzt haben. Die lautet: die "perfekte Balance" finden, zwischen Konstruktion, Material, Form und Raum.

Ein schönes Geschenk für Architektur-Fans!
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