Meine Woche | KW 12

Lesen Sie "Pieks" oder das "Nadel-Journal"?

Oliver Graue ist Chefredakteur BizTravel
FVW Medien
Oliver Graue ist Chefredakteur BizTravel

An dieser Stelle berichtet Oliver Graue, Redaktionsleiter Business Travel bei fvw | TravelTalk, über seine Woche im Business Travel.

Montag, 22. März 2021

Dass ich nicht nur gern schreibe, sondern ebenso leidenschaftlich lese, das merkt jeder, der unsere Wohnung betritt. An deckenhohen Bücherregalen fehlt es bei uns ebenso wenig wie an hohen Stapeln Zeitungen und Zeitschriften – von den Ausschnitten und Ausrissen, die ich gern mache, bevor die Illustrierten ins Altpapier fliegen, rede ich hier gar nicht.

Was mich im Zeitschriftensektor besonders reizt, sind Neuerscheinungen. Obwohl sich die Branche, was die Auflage betrifft, leider im Sturzflug befindet, entstehen immer wieder neue Titel, und ich finde es äußerst spannend, hin und wieder durch die Bahnhofsbuchhandlung zu bummeln.

Manche Verlage haben zugegebenermaßen gute Riecher, wenn es darum geht, eine mutmaßlich erfolgreiche Zeitschrift zu entwickeln – weil sie zum Zeitgeist passt. "Landlust" ist so ein Beispiel, samt der mehr als zwei zwei Dutzend Kopien, die seither entstanden sind. Ähnliches gilt für Estorik-Magazine, Yoga-Journale oder Koch-Zeitschriften. All das läuft momentan gut.

Ob das auch für "Pieks" zutrifft? Zumindest muss man auf diese Idee erstmal kommen: Weil Impfen momentan in aller Munde ist (naja, eher in aller Oberarme), hat ein Verlag nun eine Impf-Zeitschrift entwickelt – eben "Pieks". Darin wimmelt es von Spritzen, Viren, Keimen, Pilzen, allem halt, was das Leben impfenswert macht.

Ich bin jedenfalls gespannt, wie lange dieser Titel durchhält. Denn wenn wir alle immunisiert sein werden, wer braucht dann noch "Pieks"? Der Chefredakteur des Magazins könnte sich in einem solchen Fall wieder seiner Kernaufgabe widmen, der Luftfahrt, für die er eigentlich in dem Verlag zuständig ist (momentan wird aber deutlich mehr gepiekst als geflogen).

Da haben es die Macher des "Nadel-Journal" schon besser. Der Inhalt ihrer Artikel piekst zwar auch – aber er piekst deutlich beständiger, als es die Anti-Corona-Spritzen tun. Das "Nadel-Journal" hat mit der Pandemie nämlich nichts zu tun. Es ist die "einzige deutsche und unabhängige Fachzeitschrift für die Weihnachtsbaum- und Schnittgrün-Branche". 

Dienstag, 23. März 2021

Als im vergangenen Jahr der 1. Lockdown zu Ende war, sind wir ein wenig gereist – wenn auch "nur" innerhalb Deutschlands. Zu unseren Zielen gehörte das Bergische Land, meine Heimat. Als Jugendlicher – das gebe ich zu – war ich von dieser Gegend wenig begeistert, was vor allem daran lag, dass es außer Wald, Hügeln, Seen und hübschen Häuschen wenig gab. Heute mag ich das Bergische Land sehr: weil es außer Wald, Hügeln, Seen und hübschen Häuschen wenig gibt.

Zu meinen Neuanschaffungen in pucto Reiseliteratur gehört denn auch der frisch erschienene Führer "Bergisches Land" von Peggy Leiverkus (Trescher-Verlag, 312 Seiten, 14,95 Euro). Die Region, die übrigens nicht wegen ihrer bergigen Landschaft "Bergisches Land" heißt, sondern wegen ihrer ehemaligen Herrscher, der Herzöge von Berg, bietet den Besuchern eine wahrhaft hübsche Landschaft.

Trescher


Mit Wuppertal, Leverkusen, Solingen, Remscheid, Bergisch Gladbach oder Gummersbach gibt es zwar auch eine Menge Stadt zu erkunden, ich schätze aber eher die idyllischen Täler mit ihren historischen Hammerwerken und den Fachwerk-Schiefer-Dörfchen.

"Bergisches Land" aus dem Trescher-Verlag hat mich jedenfalls begeistert: Stundenlang habe ich noch am Nachmittag in dem Büchlein geblättert und gelesen und dabei im Kopf bereits die Pläne für die nächsten Besuche in meiner ehemaligen Heimat geschmiedet. Und wer noch einen Tipp benötigt für eine wunderschöne deutsche Urlaubsregion, die nicht überlaufen ist: Ich empfehle das Bergische Land – und vorbereitend dazu diesen Reiseführer.

Und weil man auf einem Bein nicht stehen kann, habe ich mir mit "Görlitz" gleich ein zweites neues Büchlein von Trescher besorgt, in dem es auf 154 Seiten (9,95 Euro) um die schönste Stadt Deutschlands geht.

Trescher


Als die habe ich Görlitz schon bei meinem ersten Besuch vor etwa 20 Jahren erlebt, und nach wie vor bin ich überwältigt, wenn ich durch die ostsächsische Stadt gehe. Soviel hübsche Häuser bietet kein anderer deutscher Ort – und das von André Micklitza verfasste Buch macht Appetit, Görlitz einen (weiteren) Besuch abzustatten!
1 Kommentar

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1.
Falko Weber
Erstellt 24. März 2021 09:38 | Permanent-Link

Görlitz Buch macht Appetit...gleich gekauft!

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