Meine Woche | KW 06

Und wo bleibt das Positive? Hier!

Oliver Graue ist Chefredakteur BizTravel
FVW Medien
Oliver Graue ist Chefredakteur BizTravel

An dieser Stelle berichtet BizTravel-Chefredakteur Oliver Graue über seine Woche im Business Travel.

Dienstag, 9. Februar 2021

Lockdowns, Einreisebeschränkungen, Grenzschließungen: Die Meldungen, die wir und andere Medien derzeit verbreiten, sind alles andere als positiv. An erster Stelle rangiert das Thema Corona. Und das hält, auch wenn sich der Infektionstrend aktuell verbessert, keine allzuguten Nachrichten bereit. Auch uns als Journalisten ist das deutlich zu viel des Üblen. Aber eine bessere Welt erfinden können wir leider auch nicht.

Sollten wir aber nicht trotzdem mehr "gute", mehr optimistische Meldungen bringen? Diese Frage stellen wir uns immer wieder in unseren Redaktionskonferenzen. Und tatsächlich versuchen wir, auf unserer Website und in unseren Newslettern trotz der widrigen Umstände nicht ausschließlich schwarz zu malen.

Denn gute Nachrichten sind wichtig – weil sie positiv und hoffnungsfroh stimmen, weil sie Kraft geben, und weil sie von der traurigen Aktualität etwas ablenken. Auch dieser Blog soll zu dieser Kategorie gehören.

Ich selbst musste dieser Tage schmunzeln, als ich in der Lokalzeitung einen Bericht über die Entwicklung der Kriminalität in Hamburg las (auch wenn das Thema natürlich ganz und gar nicht zum Lachen ist).

Denn auch der städtische Polizeipräsident gab sich in einer Pressekonferenz Mühe, trotz Pandemie das Positive zu sehen. Und das hörte sich bei ihm so an: Die Zahl der Taschendiebstähle in Hamburg geht klar zurück – weil die Pflicht zum Abstandhalten offenbar nicht nur das Virus abschreckt, sondern auch Taschendiebe.

Montag, 8. Februar 2021

Ich hatte Ihnen schon davon berichtet, dass ich die Zeit der Pandemie verstärkt zum Lesen nutze (ich könnte natürlich auch Aufräumen, aber dazu habe ich leider nur selten Lust).

Ich möchte Ihnen an dieser Stelle daher ein weiteres Buch ans Herz legen, das ich soeben gelesen habe: "Der Wal" von der Berliner Autorin Ally Klein (erschienen im Verlag Droschl, 176 Seiten). Der "Wal" ist hier allerdings kein Tier, sondern ein etwa rätselhafter Bau. Diesen will der ehemalige Künstler Saul (der kein Künstler mehr sein will) in seinen Urzustand zurückführen will. Damit aber zerrt er all seine Kräfte auf.

Droschl


Und es kommt zu einer seltsamen Dreiecksbeziehung zwischen Saul, seiner Begleiterin Keough und seinem Bruder Aezra. Wie nehmen diese Personen das wahr, was passiert? Wie fühlen sie? Ally Klein lässt jeden der Drei selbst zu Wort kommen, schildert die Dinge aus sehr unterschiedlichen Perspektiven.

Das Ganze ist höchst raffiniert komponiert, entfacht eine enorme Sogwirkung – sehr aufwühlend!
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