Meine Woche | KW 05

Taube oder Goldregenpfeifer – wer gewinnt?

Nabu

An dieser Stelle berichtet BizTravel-Chefredakteur Oliver Graue über seine Woche im Business Travel.

Montag, 1. Februar 2021

Und, liebe Leserinnen und Leser, haben Sie schon gewählt? Ich spreche nicht von irgendwelchen politischen Urnengängen, die uns in diesem Jahr ebenfalls noch reichlich erwarten. Ich meine die Wahl zum "Vogel des Jahres". Noch bis zum 19. März 2021 haben Sie die Gelegenheit, auf der Website des Naturschutzbundes für einen von insgesamt zehn Kandidaten zu entscheiden, die beim Vorentscheid (unter 307 Vögeln!) die meisten Stimmen erhielten.

Insider-Informationen zufolge liegt derzeit das Rotkehlchen vorn, dicht gefolgt von der Rauchschwalbe. Es könnte also auch in der Gefiederwelt zu einer Art schwarz-roten Koalition kommen.

Nicht zur Wahl steht übrigens der Wandervogel, den es in Corona-Zeiten ja in einer größeren Zahl denn je gibt. Und auch Pechvogel und komischer Kauz haben es nicht bis in die Endrunde geschafft. Als kurz vor dem Aussterbende stehende Art hätte man eigentlich den "Geschäftsreisevogel" vorschlagen können – ihm begegnet man derzeit nur noch sehr selten, und seine Piepslaute (naja, eigentlich sind es eher Rollkofferlaute) sind weitgehend verstummt.

Ins Finale eingezogen ist hingegen die gemeine Stadttaube. Ja, sie konnte sogar die meisten Stimmen auf sich vereinigen. Es scheint, als hätten die deutschen Brieftaubenvereine ihre Mitglieder massiv zur Stimmabgabe motiviert. Der Naturschutzbund hingegen sieht Tierschützer oder gar Spaßvögel am Werk.

Dabei wäre der Sieg der Taube genau das, was wir jetzt gebrauchen könnten: Es wäre ein starkes Signal in Richtung Frieden und Toleranz. Oder wäre am Ende der Goldregenpfeifer die passende Wahl? Zumindest gefällt mir sein Wahlkampf-Slogan am besten: "I want Moor!"

Dienstag, 2. Februar 2021

Kommen wir aber nun zurück zum derzeit wohl seltensten Gefieder: eben dem Geschäftsreisevogel. Auch wenn Firmen derzeit nur die allernotwendigsten Dienstreisen vornehmen, so scheint ein ganz klein wenig Optimismus in die Sache eingekehrt zu sein – Optimismus, dass schon bald mehr Mitarbeiter ihre Koffer packen, um endlich wieder unterwegs sein zu können.

Zumindest legt das die neueste Befragung im Rahmen des VDR-Barometers nahe. So sagte Ende Januar 2021 schon jeder dritte Travel Manager, dass er/sie damit rechne, dass die unternehmensinternen Reisebeschränkungen bis Ende des 1. Halbjahres 2021 aufgehoben sein könnten. Im Dezember glaubten dies gerade mal 14 Prozent.

Und ein weiteres Drittel ist sogar der Ansicht, dass es bereits Ende März wieder losgehen wird. Allerdings gehen auch deutlich mehr Travel Manager davon aus, dass die Zahl der Geschäftsreisen nachhaltig noch stärker abnehmen wird: um bis zu 30 Prozent (sagen 42 Prozent) oder sogar um bis zu 50 Prozent (sagen 19 Prozent). Beide Werte waren noch im Dezember sehr viel niedriger.

Das "neue Normal" scheint also näherzurücken. Oder wird es sich – allen Vorhersagen zum Trotz – doch peu à peu wieder zum "alten Normal" entwickeln?

Wissen wir's? Nein. Alles kann sein. Lassen wir uns überraschen – genau wie bei der Wahl zum "Vogel des Jahres".
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