Meine Woche | KW 04

Schweigepflicht – oder Mithör-Gebot?

Oliver Graue ist Chefredakteur BizTravel
FVW Medien
Oliver Graue ist Chefredakteur BizTravel

An dieser Stelle berichtet BizTravel-Chefredakteur Oliver Graue über seine Woche im Business Travel.

Montag, 25. Januar 2021

Ruhe, nichts als Ruhe! Die Vorstellung, einfach mal Stille zu genießen, hat was. Kein Verkehrslärm, keine Baustellengeräusche, kein Fernseher – und kein eigenes Gesabbel. Ein wenig war es so im ersten Lockdown, damals im März, April 2020. Obwohl wir an einer Bundesstraße wohnen, konnten wir ungestört die Sonne auf unserem Balkon auskosten, denn wo sonst Tausende Autos und Lkws fuhren, spazierten jetzt fast nur verwunderte Katzen und Eichhörnchen. Im zweiten Lockdown hingegen brummt(e) der Verkehr wie eh und je, der Lärmpegel ist hoch.

Dafür könnte es demnächst an anderer Stelle still werden – im öffentlichen Nahverkehr. Politiker fordern ein "Schweigegebot" in Bussen und Bahnen. Auch der Präsident des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen findet diesen Vorschlag gut – obwohl er Wortmann heißt.

Die Überlegung dahinter: Wer schweigt, stößt deutlich weniger (virenbelastete) Atemluft aus. Zudem kommt dann niemand mehr auf die Idee, ausgerechnet zum Telefonieren (was für viele gleichbedeutend ist mit "Schreien") den Mund-Nasen-Schutz herunterzuziehen.

Ruhe in Bus und Bahn: Auch unabhängig von Corona fände ich das gut. Alternativ könnte man (aber erst für die Zeit nach der Pandemie) eine Telefon-Mithör-Pflicht einführen. Denn wenn die Telefonierer dazu gezwungen wären, auch ihren Partner am anderen Ende der Leitung auf "laut" zu schalten, dann würde man als unbeteiligter Fahrgast wenigstens das ganze Gespräch mitbekommen und nicht nur die Hälfte. Das könnte ganz unterhaltsam sein.

Dienstag, 26. Januar 2021

Ob Zeitungen, Romane, Krimis oder Reiseführer: Ich bin ein Viel-Leser – immer schon gewesen. In der Pandemie aber habe ich mich zum Noch-Mehr-Leser entwickelt. Neben meist drei Tageszeitungen (immer die Neue Zürcher Zeitung sowie meine Lokalzeitung – und zusätzlich je nach Stimmung Welt, FAZ, Hamburger Abendblatt oder Morgenpost) wühle ich mich durch verschiedenste Zeitschriften und schaffe in der Regel pro Woche ein Buch.

Momentan habe ich viel Spaß mit einem Bilderbuch über den "Bulli". Auf Hunderten Fotos ist der berühmte T1 von Volkswagen zu sehen – als Mini-Wohnmobil, als Polizeimannschaftswagen, als Kranken- oder Postwagen, als Familienkutsche, Hippie-Kult-Fahrzeug und sogar als zur Currywurst umgestalteter Verkaufswagen.

teNeues


Bilder aus den 50er-Jahren und (fast) bis heute – und damit Impressionen aus einer besseren Welt. Ich kann in solchen Fotos jedenfalls lange schwelgen und fühle mich einfach wohl dabei ("Volkswagen Bulli" ist in der Reihe "Iconi-Cars" im Verlag teNeues erschienen, 160 Seiten, 24,90 Euro).


Kommentare

Sie müssen sich einloggen oder registrieren, um kommentieren zu können.

stats