Meine Woche | KW 22

Vom "Leben" nach der letzten Landung

Einer der weltweit größten Flugzeugfriedhöfe: das Amarg in Tucson (Arizona).
Petty Officer 3rd Class A P, Wikimedia.org
Einer der weltweit größten Flugzeugfriedhöfe: das Amarg in Tucson (Arizona).

An dieser Stelle berichtet Oliver Graue, Redaktionsleiter Business Travel bei fvw|TravelTalk, über seine Woche im Business Travel.

Montag, 1. Juni 2021

Genau wie im vergangenen Jahr um diese Zeit sinken in Europa die Inzidenzwerte, öffnen Läden, Restaurants und Hotels wieder. Doch anders als 2020, als im Herbst der Rückfall kam, dürften in diesem Jahr so viele Menschen geimpft sein, dass wir Corona hoffentlich endgültig hinter uns lassen (oder zumindest weitgehend).

Was aber kommt dann? Wie sieht es aus, das Leben nach der Pandemie? Kurz gesagt: Was prägt die "neue Normalität", von der so viele Leute sprechen? Die ersten Erkenntnisse waren kürzlich in einem großen deutschen Nachrichtenmagazin zu lesen.

So sagen Experten voraus, dass die Nachbarn wieder laute Partys veranstalten werden, dass Schülerinnen und Schüler wieder lustlos zur Schule gehen und dass wir Arbeitnehmer eher unmotiviert das Büro aufsuchen werden (ach wie schön wäre es doch, man könnte ab und zu von zu Hause aus arbeiten). Und: Wir werden reisen – über die Grenzen Deutschlands hinaus!

In der "neuen Normalität" werden wir Menschen begegnen, die keinen Mundschutz tragen – und wir werden das akzeptieren. Zur Begrüßung werden wir anderen Personen die Hand geben, statt ihnen wie bislang die geballte Faust entgegenzustrecken. Statt Jogginghose und Polohemd werden wir Hemd, Bluse, Rock oder Anzugshose tragen. Und im Fernsehen schließlich wird es Talkshows geben, in denen weder Karl Lauterbach noch ein Virologe zu Gast ist. Wir werden wir mit einer solchen "neuen" Normalität überhaupt zurechtkommen?

Dienstag, 2. Juni 2021

Ein ungewöhnliches, verstörendes Bild. Sieben Langstrecken-Airbus 340 der chinesischen Fluggesellschaft China Eastern stehen mitten in der deutschen Provinz – auf dem Flughafen im mecklenburgischen Parchim. Ein chinesischer Investor hatte den Mini-Airport 2007 gekauft – mit großen Plänen. Weil daraus nichts wurde, endete Parchim als Flugzeugfriedhof. Inzwischen allerdings wurden die Maschinen verschrottet oder an andere Plätze geflogen.

Sie haben einen morbiden Charme: die Flugzeugfriedhöfe dieser Welt. "Nach der letzten Landung", so nennt der Luftfahrt-Fotograf Sebastian Thoma seinen frisch erschienenen Bildband, in dem er uns zu den faszinierendsten Flugzeug-Ruhestätten entführt (erschienen im Verlag GeraMond, 192 Seiten, 39,99 Euro).
GeraMond

Seine oft großformatigen Aufnahmen stammen vor allem aus den USA, wo sich die weitaus meisten dieser Friedhöfe befinden. Allein in Tucson stehen etwa 4000 Maschinen, die oft als Ersatzteilager dienen oder nach einigen Jahren sogar wieder reaktiviert werden, also quasi von den Toten auferstehen. Das trockene Wüstenklima schützt vor Schimmel und Korrision.

Ob ausrangierte Lufthansa-Jumbo-Jets, die einst letzte für Passagierflüge genutzte MD11, ausgeschlachtete Cockpits voller Wüstensand, an die 100 Feed-Ex-Flugzeuge dicht hinter- und nebeneinander, oder der Regierungsflieger Muammar-al-Gaddafis mit zahlreichen Einschusslöchern: Sebastian Thoma hat einen wunderbaren Blick für die Schönheit vergehender Technik.

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