Kooperation fürs Klima

LH und Bahn kooperieren auf Inlandsstrecken

Lufthansa-Chef Carsten Spohr und sein CFO Remco Steenbergen während der Bilanzpressekonferenz Anfang März 2021.
Deutsche Lufthansa AG
Lufthansa-Chef Carsten Spohr und sein CFO Remco Steenbergen während der Bilanzpressekonferenz Anfang März 2021.

Die Deutsche Lufthansa und die Deutsche Bahn wollen künftig enger zusammenarbeiten und gemeinsame Produkte sowie gemeinsame Strecken anbieten. Das verkündete Lufthansa-CEO Carsten Spohr am Donnerstag im Rahmen der Bilanzpressekonferenz.

Mehr als einmal betonte Spohr am Donnerstag auf der Bilanzpressekonferenz, dass die künftige Lufthansa eine nachhaltigere Lufthansa sein soll. Man werde künftig nicht nur eine ökologisch effizientere Flotte betreiben und auf synthetische Kraftstoffe setzen, sondern ganz zeitnah auch das Thema Intermodalität vorantreiben. Spohr kündigte eine engere Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn an.

"Wir werden mit der Bahn gemeinsame Produkte und Strecken anbieten", so der Airline-Chef. "Alle Strecken, auch die innerdeutschen, sollen bei Lufthansa von Nachhaltigkeit geprägt sein", schob er nach. Details zu der neuen Kooperation dürften am Montag, 8. März, folgen. Dann hat Lufthansa-Vorstand Harry Hohmeister gemeinsam mit Deutsche-Bahn-Vorstand Berthold Huber zu einer Pressekonferenz geladen.

Kombi aus Flug und Zug angedacht

Wie fvw | TravelTalk aus Unternehmenskreisen erfahren hat, wollen die beiden künftigen Partner ein Produkt schaffen, das auf innerdeutschen Strecken eine Kombination aus Zug und Flug für Reisende möglich macht – auf einem Ticket.

Laut Spohr sind innerdeutsche Flüge nach wie vor und angesichts des Tempos im deutschen Schienenverkehr nicht wegzudenken. "Dafür müsste ein Drehkreuz wie das in München erst einmal vernünftig ans Schienennetz angeschlossen sein", so die Forderung des Managers, der selbst in München lebt.

"Wir brauchen schneller Zugverbindungen", sagte der Airliner und blickte neidvoll auf das System in Frankreich, wo blitzschnelle Verbindungen Realität sind. Spohr hält keineswegs zwanghaft am innerdeutschen Flugverkehr fest: "Auf der Route Nürnberg–Berlin etwa haben wir unlängst unsere Flüge eingestellt. Auf anderen Routen wie Düsseldorf–Stuttgart haben wir den Verkehr erheblich reduziert", lieferte er Belege.

1 Kommentar

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1.
Hans-Dieter Henrich
Erstellt 4. März 2021 15:52 | Permanent-Link

Dies kann nur dann funktionieren, wenn die Wartung der Züge und die Belastung der Trassen so intensiviert wird, dass es bei längeren Zugstrecken nicht ständig zu Verspätungen kommt und Anschlussflüge -oder züge deshalb nicht warten werden. Schnellstrecken, wie in Frankreich, wird es in einigen Jahren in Deutschland noch nicht geben, da die Trassenführung für den TGV getrennt vom anderen Schienenverkehr gebaut wurde.
Flugstrecken über 400 km wären, meines Erachtens, dem Zug in den nächsten Jahren vorzuziehen. Man sollte sich auch überlegen, ob ein schienengebundenes System, wie die Bahn, deren Strecken und Verkehrsmittel arbeits-, unterhalts- und verschleißintensiv sind, überhaupt noch eine Zukunft haben wird. Wäre die Technik der Magnetschwebebahn zur Weiterentwicklung nicht die bessere Lösung schon vor Jahren gewesen. Muss China uns da nicht auch wieder eines Besseren belehren?

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