Festhalle wird zum Impfzentrum

Frankfurter Messe macht dreistelligen Millionenverlust

Ausgefallene und abgesagte Veranstaltungen haben der Messe Frankfurt 2020 tiefrote Zahlen beschert.
Messe Frankfurt / Jacquemin
Ausgefallene und abgesagte Veranstaltungen haben der Messe Frankfurt 2020 tiefrote Zahlen beschert.

In der Corona-Pandemie sind Umsatz und Ertrag der Frankfurter Messegesellschaft eingebrochen. Bis das Vorkrisenniveau wieder erreicht wird, dürften nach Ansicht der Betreibergesellschaft zwei bis drei Jahre vergehen.

Der Fall ist tief: So wird die Messegesellschaft nach Aussage von Wolfgang Marzin, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung, im laufenden Geschäftsjahr bei einem um zwei Drittel auf 250 Mio. Euro abgesackten Umatz einen dreistelligen Millionenverlust hinnehmen müssen. 2019 hatte die umsatzstärkste deutsche Messegesellschaft noch 736 Mio. Euro Umsatz ausgewiesen, woraus sich nach Rückstellungen unter dem Strich ein Gewinn von 48 Mio. Euro ergab.

Mit einer Rückkehr auf ein derartiges Niveau rechnet Marzin wegen der fortschreitenden Pandemie inzwischen nicht mehr vor dem Jahr 2024. Man werde weiter in die Zukunftsfähigkeit des Geschäftsmodells, die weltweiten Veranstaltungen, in Gelände und Services investieren, erklärte der Messechef.

Das von der Stadt Frankfurt und vom Land Hessen getragene Unternehmen will am Kapitalmarkt zusätzliche Kredite aufnehmen und Entlassungen vermeiden. Derzeit werden frei werdende Stellen nicht extern besetzt und die Kurzarbeit genutzt. Laut einer Betriebsvereinbarung verzichten die Beschäftigten zudem bis 2023 auf variable Bestandteile ihrer Gehälter. Mit ihren Tochtergesellschaften beschäftigt die Messe etwa 2500 Menschen.
 
Die Frankfurter Messe hat nach eigenen Angaben im laufenden Jahr trotz Corona weltweit mehr als 150 Veranstaltungen organisiert. Im kommenden Jahr soll es 137 Veranstaltungen geben. Elf davon fänden rein digital statt, die übrigen würden von entsprechenden digitalen Angeboten begleitet, wie der Aufsichtsratsvorsitzende und Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) laut dpa berichtete.

Angesichts leerstehender Messehallen und abgesagter Veranstaltungen zu Beginn des kommenden Jahres soll die zur Messe gehörende historische Festhalle als Frankfurter Impfzentrum genutzt werden. In vier Monaten sollten dort täglich bis zu 4000 Menschen gegen das Coronavirus geimpft werden, sagte Messe-Geschäftsführer Uwe Behm.
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