HRS-Ärger

VDR befürchtet höhere Hotelpreise

Der Geschäftsreise-Verband VDR mischt sich in den Streit um die Anhebung der Provisionen durch HRS ein. Verbandspräsident Gerdom sieht das Gleichgewicht im Hotelmarkt in Gefahr.

25.01.2012, 11:02 Uhr
VDR-Präsident Dirk Gerdom sieht die wachsende Konzentration bei den Hotelportalen mit Sorge.
Foto: Holger Peters

Der Geschäftsreise-Verband VDR sieht die zum 1. März geplante Anhebung der Provisionen von 13 auf 15 Prozent durch den Kölner Hotelvermittler HRS skeptisch. Dieser Anstieg könne von den Hotels kaum kostenneutral aufgefangen werden“, ist sich Verbandspräsident Dirk Gerdom sicher. „Unsere Mitglieder befürchten jetzt natürlich steigende Übernachtungskosten“, so Gerdom weiter.

Generell wolle man Preisveränderungen nicht kritisieren, macht er klar. Wichtig sei allerdings, dass ein gesundes Gleichgewicht zwischen Anbietern und Kunden herrsche. „Aktuell geht die Entwicklung in einigen Bereichen aber in Richtung Anbietermarkt“, bedauert der Verbandsvertreter. Seine Sorge sei, dass einige wenige Portale eine zu große Marktmacht bekämen und diese Position ausnutzen würden, um die Preise zu diktieren. Damit dürfte er direkt auf Hotelvermittler HRS anspielen, der seine dominante Stellung im hiesigen Markt durch die Übernahme der Mehrheit bei Wettbewerber Hotel.de vergangenen Herbst noch ausgebaut hat.

Beleg für die wachsende Unwucht des Marktes ist laut Gerdom auch eine Umfrage der Hoteldirektorenvereinigung Deutschland (HDV), nach der manche Online-Vermittler von den Hotels Provisionssätze von bis zu 30 Prozent verlangten. Solche Zahlen seien „alarmierend“, so Gerdom. Sie spiegelten eine Marktmacht auf Seiten der Buchungsportale wider, die ein großes Ungleichgewicht befürchten ließe.

Ob die Hotels als Folge der steigenden Provisionszahlungen die Zimmerrraten wirklich flächendeckend anheben, ist allerdings fraglich. Der scharfe Wettbewerb und die Überkapazitäten hierzulande dürften entsprechende Preisanpassungen zumindest schwierig machen.

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