VDR

Negativ-Preis für Kreditkartengebühr

Zum ersten Mal verleiht der VDR auf seiner Frühjahrstagung einen Preis für das größte Geschäftsreise-Ärgernis im Jahr 2011 – die Lufthansa und andere Airlines bekommen ihn.

von Sabine Pracht, 19.04.2012, 12:25 Uhr
VDR-Präsident Dirk Gerdom wünscht sich einen konstruktiveren Dialog mit den Airlines.
Foto: Holger Peters

Donner-, Blitz- und Regengeräusche begleiten Dirk Gerdom und Hans-Ingo Biehl auf die Bühne der VDR-Frühjahrstagung im Berliner Leonardo Royal Hotel. „Einige Partner haben uns im Regen stehen lassen“, sagt VDR-Hauptgeschäftsführer Ingo Biehl zum Auftakt der Veranstaltung. Damit meint er Akteure aus der Politik und aus der Geschäftsreise-Branche, die den Unternehmen Zusatzkosten wie die Luftverkehrssteuer, die Kreditkarten-Gebühr, weitere Ancillary Fees und die Bettensteuer aufgebürdet haben. Zum ersten Mal vergibt der Verband daher den Preis „Return to Sender“ für das größte Ärgernis des vergangenen Jahres. Was auf dem Paket – dem symbolischen Preis – steht, dass die beiden VDR-Präsidiumsmitgleider auf der Bühne hochhalten ist keine große Überraschung: Kreditkarten-Gebühr. Ein Aufkleber der Lufthansa pappt darauf.

Wobei die „Auszeichnung“ aber nicht allein dem heimischen Kranich-Carrier gilt. Der hatte zwar im November 2011 mit der Einführung der sogenannten Optional Payment Charge den Anfang gemacht. Finnair, Air France-KLM und zuletzt Air Berlin haben mittlerweile aber ebenfalls eine Kreditkarten-Gebühr eingeführt. „Das verändert die Prozesse und steigert Kosten“, beklagte Gerdom. Ein mittelständischer Betrieb mit einem jährlichen Flugumsatz von etwa einer Million Euro muss mit Mehrkosten von etwa 20.000 Euro rechnen, hat der Verband ausgerechnet. „Zwar gibt es Zahlungsalternativen – diese lösen jedoch einen unverhältnismäßig hohen Prozessaufwand aus sowie hohe interne Aufwendungen im Rechnungswesen, weil die Ticket-Rechnungen täglich eingehen und sofort abgebucht werden“, so Gerdom., .

Bei der Umfrage seiner 516 Mitglieder fiel das Votum für das größte Ärgernis 2011 daher eindeutig aus. Für 44 Prozent der Mitglieder war die Kreditkarten-Gebühr der Kranich-Carriers, die seit diesem Monat ja auch für LH-Firmenkunden greift, der größte Aufreger. Mit Abstand folgen die Bettensteuer (20 Prozent) und die Luftverkehrsabgabe (16 Prozent). Der Negativ-Preis „Return to Sender“ gilt aber nicht allein der Lufthansa, sondern wurde symbolisch an alle Fluggesellschaften verliehen, die die Kosten für die Bezahlung per Kreditkarte an die Kunden weitergeben.

„Wir wollen das Bewusstsein schärfen für negative Auswirkungen auf Unternehmen mit Dienstreisenden, auf den Geschäftsreise-Markt und auf die deutsche Wirtschaft insgesamt“, erläuterte VDR-Präsident Dirk Gerdom, selbst Travel Manager beim Software-Riesen SAP, die Preisvergabe. Auch im nächsten Jahr will der Verband den „Return-to-Sender“-Preis verleihen, um Politik und Leistungsträger auf die Bedürfnisse der Firmenkunden aufmerksam zu machen. Die derzeitge Frühjahrstagung des Geschäftsreise-Verbands läuft noch bis Freitag.

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