Skurrile Museen

Diese Tagungsstätten vergessen Sie nie wieder

So möchte heute kein Patient mehr behandelt werden: Zahnarztpraxis aus dem 19. Jahrhundert.
Zahnmuseum Linz
So möchte heute kein Patient mehr behandelt werden: Zahnarztpraxis aus dem 19. Jahrhundert.

Schon mal zwischen Schweinen getagt? Zwischen lauter Zahnarztstühlen die Unternehmensstrategie besprochen? Oder beim Kongress 3000 Bierflaschen im Blick gehabt?

Ohne Frage: Schräg ist schön. Und vor allem ist es charmant. Wer einmal raus will aus dem klassischen Hotel-Tagungsraum oder dem Kongresscenter, der lässt sein nächstes Meeting in einem Museum der ungewöhnlichen Art stattfinden. Bietet dieses für die Tagung an sich nicht genügend Platz, dann kann man es in jedem Fall noch ins Rahmenprogramm einbinden.

Nach Passau dackeln

Das Gute: Schräge Museen gibt es reichlich – der unbegrenzten Sammelleidenschaft der Menschen sei Dank. Zu jenen der tierischen Art gehört das Dackelmuseum in Passau. Seppi Küblbeck und Oliver Storz, Veranstalter der Passauer Dackelparade, haben mehr als 2000 Ausstellungsstücke rund um den charakterstarken Vierbeiner zusammengetragen. Dackel erhalten übrigens freien Eintritt und ein Freigetränk.

Saugutes Schweinemuseum

Ob ins Schweinemuseum auch die Schweine kostenlos reinkommen, weiß man nicht. Vielleicht wäre das aus Sicht der Tiere auch gar keine so gute Idee: Immerhin liegt das Museum direkt an der Schlachthofstraße. Umfangreich ist es allemal: In 27 Themenräumen sind insgesamt mehr als 50.000 Exponate zu besichtigen – alle „natürlich saugut“, behaupten die Betreiber. Zumindest sitzt, thront, liegt oder faulenzt in jeder Ecke ein Tier mit Ringelschwänzchen.

Vom Zahnbrecher zum Zahnarzt

Das Zahnmuseum im niederösterreichischen Linz (nicht weit von Passau) wiederum beherbergt Exponate von 1700 bis zur heutigen Zeit, anhand derer die Entwicklung der Zahnmedizin und Zahntechnik gezeigt wird. Die ältesten Exponate, ein Zahnschlüssel und ein sogenannter "Bader–Stuhl", stammen aus dieser Zeit. Die damaligen "Zahnärzte" – Mitarbeiter der Heilbäder – wurden "Zahnbrecher" genannt.

Oder wie wäre es – wenn es um harte Tagungsthemen geht – mit dem Peitschenmuseum im beschaulichen Örtchen Killer auf der Schwäbischen Alb, das die Peitsche sogar in ihrem Wappen trägt? Alternativ bietet sich bei deutlich weniger spannenden Themen das Schrottmuseum an (im französischen Lizio). Oder man entscheidet sich gleich fürs Floppmuseum, muss dafür aber extra in die USA reisen.

Nicht nur Satanisten wiederum begeistert das Teufelsmuseum (im litauischen Kaunas). Und wer mal so richtig spucken will, dem sei das Kotzmuseum in Malmö (Schweden) ans Herz, äh, an den Mund gelegt. In dem Haus lassen sich die ekelhaftesten Nahrungsmittel probieren, vom Madenkäse bis zum Mäusewein, und die Eintrittskarte ins Museum wird zur Sicherheit gleich in Form einer Kotztüte ausgegeben.

Buchtipp: Mehr als 100 skurrile Sammlungen stellt Jana Duran, die schon als Kleinkind in einen drei Meter hohen Augapfel kletterte, in ihrem Buch „Schräge Museen“ vor. Erschienen ist der eher ungewöhnliche Reiseführer bei Dumont (128 Seiten, Preis: 14,95 Euro, ISBN 978-3770184743).
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