Sharing Economy

Privatwohnung vs. Serviced Apartment

BizTravel

Portale wie Airbnb, Wimdu und 9flats bedeuten vor allem für die Anbieter von Serviced Apartments Konkurrenz. Die Produkte scheinen ähnlich – sind sie es wirklich? Ein Vergleich.

Privatwohnung

Produkt: Airbnb, 9flats.com und Wimdu sind sogenannte Peer-to- Peer-Produkte. Das heißt, Privatpersonen bieten über diese Plattformen ihr Zuhause als Unterkunft an. Noch dominieren Urlauber, doch um auch Geschäftsreisende zu gewinnen, ist Airbnb erst kürzlich eine Kooperation mit dem IT-Anbieter Concur eingegangen (TripLink). Zudem gibt es eine spezielle Business-Travel-Seite.

Buchung und Bezahlung: Buchung ausschließlich online über die Portale der Vermittler (analog zu HRS). Der Gast zahlt an diese; die Portale behalten etwa 15 Prozent Provision ein. Wenig standardisierte Produkte.

Probleme: Hotelverbände sprechen von „Schwarzhotellerie“; Städte sehen sich um Steuereinnahmen betrogen: Viele Airbnb-Partner dürften ihre Einkünfte aus der Vermietung nicht deklarieren. Auch fürchten Travel Manager, gegen ihre Fürsorgepflicht zu verstoßen: Fragen der Sicherheit und des Brandschutzes sind ebenso ungeklärt wie der Datenschutz, etwa wenn der Reisende das W-LAN nutzt. Auch die korrekte Rechnungsstellung erweist sich oft als problematisch.

Chancen: Populär sind die privaten Unterkünfte vor allem bei jungen Menschen auf der Suche nach stylischen Wohnungen in extraordinärer Lage. Hinzu kommt das Gefühl, fast als Einheimischer und nicht als Tourist angesehen zu werden. Bei Unterbringung als Team in einer Wohnung wächst das „Wir“-Gefühl. Zudem lassen sich persönliche Kontakte zum Vermieter als „lokale Person“ knüpfen. Am Ende winken bei Übernachtungen in Privatwohnungen auch Einsparungen im Travel Management.

Serviced Apartment

Produkt: Serviced Apartments verstehen sich als „individuelle“ Alternative zum Hotel. Sie sind in der Regel deutlich größer als ein Hotelzimmer, sind mit einer Küchenzeile ausgestattet und bieten optionale Services wie Frühstück oder Brötchenholen. Fast 70 Prozent der Kunden sind Geschäftsreisende. Es dominieren kleine private Anbieter, doch immer mehr internationale Ketten drängen in den Markt. Buchung und Bezahlung: Für Aufenthalte ab 14 Tagen sind Serviced Apartments nicht online buchbar, sondern persönlich über Anbieter wie Apartmentservice.de oder The Living Hotels. Raten und Zusatzleistungen werden oft individuell ausgehandelt. Elektronische Ausschreibungsprozesse befinden sich im Aufbau. Seit einiger Zeit vergibt der VDR sein Siegel „Certified Serviced Apartment“. Eine zentrale Abrechnung über Firmenkreditkartenanbieter wie Airplus ist möglich. Probleme: Als Haupthürde sehen Travel Manager die mangelnde Online-Buchbarkeit und die noch zu geringe Standardisierung. Auch fehlt es an einheitlichen Preisstaffeln und an einer ausreichenden Abdeckung. Chancen: Serviced Apartments sind komfortabler und für Langzeitaufenthalte oft auch kostengünstiger als Hotels. Sie bieten eine individuellere Umgebung, die das längere Wohnen über mehrere Wochen hinweg fernab von Heimat und Familie persönlicher macht. Mit Monatsmieten zwischen 1000 und 2300 Euro, also 30 bis 75 Euro pro Nacht liegen die Kosten (aber ohne Frühstück) oft unter den Hotelpreisen. Problemlos lassen sich meist Familienangehörige am Wochenende einladen.

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