Corporate Cards

Firmenkreditkarten im Wandel

Firmenkreditkarten bieten immer neuere Funktionen und bieten dadurch viele Vorteile.
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Firmenkreditkarten bieten immer neuere Funktionen und bieten dadurch viele Vorteile.

Das Bezahlen mit der Firmenkreditkarte verändert sich. Neue Technologien und Funktionen sorgen für schnellere Prozesse, mehr Transparenz und eine erhöhte Sicherheit.

Allein steht der VDR mit dieser Einschätzung nicht. Auch in zahlreichen Marktuntersuchungen und Studien wird zum Beispiel dem sogenannten Mobile Payment, bei dem unter anderem das Smartphone zur Geldbörse wird, ein enormes Potenzial bescheinigt. Doch für einen Abgesang auf die klassische Kreditkarte scheint es trotzdem zu früh. Zumal auch die Anbieter der Kreditkarten wie American Express oder Airplus sich intensiv mit den neuen Bezahlmöglichkeiten auseinandersetzen und sie in ihre Produkte integrieren.

Zahlen per Funktechnik

So ist Airplus seit Jahresanfang dabei, all seine Firmenkreditkarten sukzessive mit der Pay-Pass-Funktion auszustatten. Dahinter verbirgt sich die Near Field Communication (NFC), eine Funktechnik, die auf nur wenige Zentimeter Entfernung funktioniert und daher relativ sicher ist, wie Airplus betont. Bei dieser Technik kommunizieren kleine Funk-Chips mit einem Empfangsgerät. Auf diese Weise lassen sich Bürotüren öffnen, Fahrkarten lösen und eben auch Rechnungen drahtlos bezahlen.

„Wir sind der Überzeugung, dass das kontaktlose Bezahlen in den nächsten Jahren verstärkt Einzug in unseren Alltag halten wird“, sagt Airplus. „Deshalb rüsten wir unsere Kreditkarten mit der Pay-Pass-Funktion aus. Diese halten wir für zukunftsweisend und bieten unseren Karteninhabern, die häufig geschäftlich unterwegs sind, einen neuen, komfortablen Bezahlservice."

Denn dank der neuen Technik entfällt das ansonsten übliche Durchziehen oder Einstecken der Karte in ein Lesegerät. Beträge bis 25 Euro kann der Kartennutzer ganz ohne Unterschrift oder PIN anweisen. All dies sorgt für ein schnelleren Bezahlen als bislang. Auch Wettbewerber American Express testet das kontaktlose Bezahlen. In Großbritannien ist seit 2011 eine Karte im Einsatz, die mit einem RFID-Chip ausgestattet ist und ähnlich wie NFC-Karten funktioniert. Allerdings können hierüber maximal Beträge in Höhe von 15 Pfund abgerechnet werden.

In den USA gibt es ebenfalls Amex-Karten, über die kontaktlos bezahlt werden kann (Express Pay). Darüber hinaus hat der Geschäftsreise- und Kreditkartenanbieter dort einige Pilotprogramme gestartet, bei denen Karteninhaber über ein sogenanntes Mobile Wallet ihre Einkäufe bezahlen können. In Deutschland dagegen hat Amex noch keine Karten für das Bezahlen via Funk im Einsatz – was daran liegen mag, dass die Zahl der Akzeptanzstellen für die NFC-Technik hierzulande noch recht überschaubar ist.

Erst allmählich nimmt diese zu. Dabei profitieren aber nicht nur die Reisenden von der neuen Technik. „Das Bezahlen mit Kreditkarte wird durch die berührungslose Technik noch einfacher und unkomplizierter. Das wird sicherlich dazu beitragen, dass Reisende ihre Corporate Cards häufiger einsetzen und somit auch die Datenbasis für den Travel Manager verbessern“, so Airplus. Für Reiseverantwortliche bringt dies eine erhöhte Transparenz und ermöglicht so letztlich eine effektivere Steuerung der Ausgaben.

Virtuelle Kreditkarten

Deutlich etablierter als das Bezahlen via Funkübertragung sind virtuelle Kreditkarten. Ein Verfahren, das anders als beim Mobile Payment via NFC-Funkchip nicht unbedingt zum Bezahlen kleinerer Beträge während einer Geschäftsreise gedacht ist, sondern sich eher für das Begleichen größerer Summen eignet. Bei American Express nennt sich dieses virtuelle Produkt V-Payment. Hierbei wird über den Dienstleister eine individuelle Kartentransaktionsnummer (TAN) erzeugt, die je nach Bedarf konfiguriert werden kann. So lässt sich für die jeweilige Transaktion der genaue Rechnungsbetrag vorher ebenso festlegen wie der Zeitraum der Zahlung. „Das verhindert nicht nur Fehlbelastungen aufseiten der Lieferanten, es wird darüber hinaus auch der Kartenmissbrauch durch Dritte verhindert“, teilt American Express mit.

Entlastung des Geschäftsreisenden

Dabei ist V-Payment bei American Express nicht nur für die zentrale Bezahlung von Reiseausgaben gedacht. Zahlreiche Unternehmen würden bereits ihre Online-Einkäufe für die unterschiedlichsten Warengruppen mittels V-Payment erledigen, so Amex – auch weil hier ein verlängertes Zahlungsziel von 58 Tagen gilt. Airplus konzentriert sich dagegen mit der Lösung AIDA (Airplus Integrated Data and Acceptance) ganz auf den Geschäftsreisesektor. Auch hier wird für jede Buchung eine einmalige virtuelle Kreditkartennummer erzeugt.

Abgerechnet wird der jeweilige Betrag über das Reisestellenkonto (Company Account). Bezahlt werden können hiermit zentral Billigflieger genauso wie Bahnfahrten, Hotelaufenthalte oder Veranstaltungen. Für den Reisenden bedeutet auch dies eine Erleichterung. Schließlich muss er weniger Zahlungen vor Ort leisten, was auch den Abrechnungsprozess vereinfacht.

Mobile Payment auf dem Vormarsch

Near Field Communication


Dahinter verbirgt sich eine Funktechnik, die auf wenige Zentimeter Entfernung Daten – auch Rechnungsinformationen – mit einem Sende- und Empfangsgerät austauscht. Sie ermöglicht ein berührungsloses Bezahlen, bei dem zum Beispiel ein NFC-fähiges Smartphone mit den entsprechenden Zahlungsinformationen an ein Lesegerät gehalten wird. Eingesetzt wird die NFC-Technik unter anderem bei der Deutschen Bahn: Hier gibt es das Projekt Touch & Travel, bei dem bereits 30.000 Privatkunden Fahrscheine per Handy lösen und auch bezahlen können. 2013 soll dies auch Firmenkunden möglich sein.

Virtuelle Kreditkarte


Die virtuelle, also elektronische Version der klassischen Kreditkarte für mobile oder online-basierte Zahlungsprozesse. Es können jedoch auch nur Kreditkartennummern für eine einmalige Zahlung mit einem festgelegten Betrag über eine in die jeweilige IT integrierte Schnittstelle erzeugt werden.

Mobile Wallet

In solch einer „mobilen Geldbörse“ werden auf dem Smartphone die virtuellen Versionen unterschiedlicher Zahlungsmittel – zum Beispiel die Firmenkreditkarte und die private EC-Karte – gesammelt und je nach Bedarf eingesetzt.

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