Meine Woche | KW27

Besser leben ohne Facebook und Google

BizTravel

Dienstag, 2. Juli 2019

Ein ehemaliger Facebook-Investor schlägt Alarm: Nachdem die US-Technikriesen den stationären Handel zunehmend aushungern, für eine Verödung unserer Innenstädte sorgen und den via Social Media verbreiteten Hass fördern, könnte die Reisebranche zu ihrem nächsten Opfer werden. Roger McNamee spricht von einer "existenziellen Bedrohung für Reiseunternehmen", welche durch Google & Co drohe. Der einstige Mentor des Facebook-Chefs Zuckerberg warnt gegenüber dem amerikanischen Portal Skift, das Prinzip dieser Megakonzerne sei: "Du machst die Arbeit, und sie nehmen den Gewinn. Wir müssen die verbleibende Macht nutzen, um genau das zu verhindern, oder Du wirst für sie zu ihren Bedingungen arbeiten."

Facebook und Google gehe es darum, unser jetziges demokratisches System in ein algorithmisches System zu verwandeln. Ähnlich wie die chinesische Diktatur überwachen sie jeden Schritt ihrer Nutzer und machen "datengetriebene Manipulation des Lebens zum Geschäftsmodell". Als einzige haben sie die Fähigkeit, gewissermaßen in die Köpfe der Menschen zu blicken und durch den Datenhype die traditionellen Marken zu zerstören. Diese spielen im alles und alle beherrschenden Facebook- und Google-System keine Rolle mehr.

Eine Vision, die Angst macht. Und die Angst machen sollte – auch den Reiseunternehmen. Statt mit Datenkraken wie Facebook oder Google zusammenzuarbeiten, wofür sich die Lufthansa gerade feiert, sollten die Reiseunternehmen besser die Daten ihrer Kunden schützen und für sich bewahren.

Ich wünsche mir, dass Menschen wie McNamee mehr Gehör finden, als dies heute der Fall ist. Sonst landen wir schon bald im totalen Überwachungsstaat, wie ihn sich die US-Technokonzerne ausmalen.

Montag, 1. Juli 2019

Ich hoffe, es hat geklappt: Seit heute bekommen Sie drei Mal pro Woche unseren regulären BizTravel-Newsletter. Jeweils montags, mittwochs und freitags versorgen wir Sie mit Neuigkeiten aus der Branche. Im Gegenzug entfallen die BizTravel-Extra-Newsletter, welche den bisher nur einmal pro Woche erscheinenden Brief um mögliche hochaktuelle Geschehnisse ergänzt haben. Denn wir möchten Sie, liebe Leserinnen und Leser, zwar immer auf dem Laufenden halten – Ihr Postfach "zumüllen" wollen wir aber nicht. Lieber beschränken wir uns auf das wirklich Wichtige.


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