Zollvorschriften

Das müssen Sie bei der Einreise beachten

(M) iStockphoto, Getty Images, Hemera

Als Erinnerung an schöne Reisen nimmt man gern ein Souvenir mit nach Hause. Dabei müssen wichtige Zollvorschriften beachtet werden.

Die Menge zählt

Bei Zigaretten und Alkohol zählt bei der Einfuhr nicht der Warenwert wie bei Elektroartikeln oder Kleidung, sondern die Menge.

Aus EU-Ländern können Reisende 800 Zigaretten – vier Stangen – einführen. Bei Zigarillos sind 400, bei Zigarren 200 Stück abgabefrei. Aus Drittstaaten dürfen lediglich 200 Zigaretten, 100 Zigarillos oder 50 Zigarren zollfrei eingeführt werden.

Bei Alkohol dürfen aus EU-Staaten maximal zehn Liter Spirituosen mit mehr als 22 Prozent Alkoholgehalt oder aber 90 Liter Wein ohne Zollzuschlag eingeführt werden. Aus Nicht-EU-Ländern reduziert sich diese Menge bei Hochprozentigem auf einen Liter. Bei Wein sind vier Liter zollfrei.

Dass allerdings ist bei Souvenirs nicht immer der Fall. Zahlreiche Mitbringsel unterliegen strengen Zollvorschriften, manche Artikel dürfen gar nicht oder nur mit einer Sondergenehmigung eingeführt werden. Wer gegen die entsprechenden Einfuhrbestimmungen verstößt, riskiert hohe Bußgelder oder sogar ein Strafverfahren.

Strafanzeige droht

Unter das Einfuhrverbot fallen zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, die unter anderem im Washingtoner Artenschutzabkommen aufgelistet sind. Hierzu zählen Schildkröten aus der Türkei genauso wie Papageien aus Brasilien oder Orchideen aus Thailand. Doch nicht nur lebende Tiere und Pflanzen stehen auf dem Index. Das gilt auch für Produkte, die aus eben jenen Tieren und Pflanzen hergestellt worden sind. Beispiele hierfür sind Schnitzereien aus Elfenbein, aber auch Medizin oder Schnaps aus Asien mit eingelegten Schlangen oder Skorpionen. Diese Artikel unterliegen dem Einfuhrverbot oder erfordern spezielle Aus- und Einfuhrgenehmigungen.

Werden solche Mitbringsel bei der Einreise entdeckt, werden sie vom Zoll eingezogen. Der jeweilige Geschäftsreisende oder Urlauber muss zudem mit einem happigen Bußgeld oder sogar mit einer Strafanzeige rechnen. Allein 2011 deckte der Zoll 1200 solch illegaler Einfuhren auf und stellte 109.000 geschützte Tier- und Pflanzenarten oder daraus hergestellte Waren sicher.

Doch auch für andere, weniger sensible Produkte gelten Einfuhrbeschränkungen. So dürfen Reisende, die per Flugzeug oder Schiff aus Ländern außerhalb der EU nach Deutschland kommen, Waren im Wert von maximal 430 Euro zollfrei einführen (Landweg 300 Euro). Für alles, was darüber hinausgeht, wird eine Einfuhrabgabe fällig – meist 19 Prozent. Wer hier Geld sparen will und sich im Schmuggeln versucht, jedoch entdeckt wird, muss neben der Einfuhrsteuer noch einen Zollzuschlag meist in gleicher Höhe zahlen. Außerdem muss der Reisende, sofern die Steuernachzahlung 130 Euro überschreitet, mit einem Strafverfahren rechnen.

Dass dies teuer werden kann, zeigt das Beispiel eines ehemaligen Fußball-Nationalspielers. Der brachte aus Dubai gut 40 neue Kleidungsstücke mit und wurde ertappt, als er unverrichteter Dinge die Zollkontrolle passieren wollte. Statt der etwa 2200 Euro an fälligen Einfuhrgebühren musste der Mann nach einem Gerichtsprozess 125.000 Euro Strafe zahlen. Die Richter orientierten sich beim Strafmaß an dessen Verdienst.

Die lange Liste verbotener Mitbringsel

Mehr als 30.000 Tiere und Pflanzen sind durch Gesetze und internationale Verträge besonders geschützt. Der Handel mit ihnen aber auch mit Produkten geschützter Tiere unterliegt scharfen Kontrollen. Auf der Liste verbotener Mitbringsel stehen unter anderem:

Reptilien: Für Produkte aus Schlangen- oder Krokodilhäuten wie Taschen, Gürtel oder Schuhe benötigen Reisende Ausfuhrdokumente aus dem Herkunftsland sowie eine Einfuhrgenehmigung einer EU-Artenschutzbehörde. Es dürfen allerdings allein für den persönlichen Gebrauch bis zu vier Lederwarenprodukte von toten Krokodilen ohne Dokumente eingeführt werden.

Elfenbein: Die Einfuhr von Schmuck, Accessoires oder Kunstgegenständen aus Elfenbein ist ohne Genehmigung verboten. Das gilt auch für Felle von Raubkatzen oder Lederprodukten zum Beispiel vom Nashorn.

Korallen: Für Korallen, Meeresschildkröten oder Produkte aus Schildplatt sind offizielle Ein- und Ausfuhrdokumente erforderlich. Von Riesenmuscheln dürfen bis zu drei, von toten Seepferdchen bis zu vier Exemplare ohne Dokumente im persönlichen Gepäck eingeführt werden.

Kaviar: Der Bestand aller Störarten ist akut gefährdet. Daher dürfen pro Person höchstens 125 Gramm in einzeln gekennzeichneten Behältern eingeführt werden.

Orchideen: Auch Pflanzen unterliegen der Einfuhrkontrolle. Für Orchideen und Kakteen etwa ist ein Pflanzengesundheitszeugnis erforderlich – wenn nicht ein generelles Handelsverbot besteht.

Infos:www.artenschutz-online.de

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