Weltausstellung

Alles über die Expo 2020 in Dubai

Im Oktober 2020 startet die Expo in Dubai.
Expo 2020 Dubai
Im Oktober 2020 startet die Expo in Dubai.

Das Emirat am Golf richtet im kommenden Jahr die bislang größte Weltausstellung aus. Mehr als 190 Nationen präsentieren sich auf der Expo 2020.

Der große ovale Körper ist bereits klar erkennbar, und einige Federn hat er auch schon: Einem Falken nachempfunden ist der Expo-Pavillon der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE). Noch ist das stählerne Flügelkleid nicht ganz vollständig, doch allein schon sein beeindruckendes Design wird den Pavillon zu einem der Höhepunkte der Weltausstellung machen. Zumal er das Motto der Expo – „Gedanken verbinden, Zukunft gestalten“ – bestens symbolisiert: VAE-Gründer Scheich Zayed bin Sultan Al Nahyan schickte einst Falken aus, um die Stämme der Region miteinander zu verbinden. Damit stand der majestätische Vogel, heute das Symbol des Staates, am Anfang jener nationalen Identität, welche die Vereinigten Arabischen Emirate entstehen ließ.

Vom 20. Oktober 2020 bis zum 10. April 2021 wird mit Dubai erstmals ein arabischer Staat Ausrichter der Weltausstellung sein. Und wie es sich für das Emirat gehört, handelt es sich um eine Expo der Rekorde: Mehr als 190 Staaten beteiligen sich, so viele wie nie zuvor. Und die Zahl der Besucher, die aus dem Ausland kommen, soll mit 17 Millionen ebenfalls einen neuen Höchstwert erreichen.

Intensive Werbung für „The World‘s Greatest Show“

Dass jetzige Dubai-Urlauber schon heute auf den Geschmack kommen, dafür sorgt die Expo-Gesellschaft mit unzähligen großformatigen Stellwänden und riesigen Plakaten im ganzen Land. Bereits am Kofferband im Flughafen wird auf „The World's Greatest Show“ hingewiesen, und genau 365 Tage vor der Eröffnung kamen um die 7500 Besucher zum „1-Year-To-Go“-Event mit US-Popstar Mariah Carey vor der Kulisse des höchsten Gebäudes der Welt, des Burj Khalifa.

Bei einer Abstimmung 2013 hatte sich Dubai als Bewerber um die Expo klar gegen das russische Jekaterinburg durchgesetzt. Gebaut wird seit 2015: im Süden des Emirats, an der Grenze zu Abu Dhabi. Scheinbar mitten im Nichts ragen bereits einige Hundert Gebäude in die Höhe, fast alle noch im Rohzustand. Auf den insgesamt 4,38 qkm Fläche – 600 Fußballfelder – sind gut 35.000 Arbeiter im Einsatz, und die Struktur der Ausstellung lässt sich bereits heute gut erkennen. Wie ein riesiges Windrad sieht das Gelände von oben aus: Vom kreisrunden Al-Wasl-Dom – Al Wasl ist der historische Name für Dubai und bedeutet zudem „Verbindung“ – gehen drei gigantische Windrad-Flügel ab, die den Bereichen Nachhaltigkeit, Mobilität und Chancen gewidmet sind.

Neben den jeweiligen Themen-Pavillons finden hier auch die Länder-Pavillons ihren Platz. Deutschland hat sich für das Segment Nachhaltigkeit entschieden und wird unter dem Motto „Energiewende“ moderne Umwelttechnologie made in Germany präsentieren – von CO2-freier Mobilität bis hin zu plastikbefreiten Weltmeeren. Ein riesiges Bällebad begrüßt die Besucher gleich am Eingang. Dabei erzählt jeder der 15.000 Bälle eine ökologische Geschichte oder stellt einen Deutschen vor, der sich für Umweltschutz engagiert. Liegt der jeweilige Ball auf einem Lesegerät, erscheint eine kurze Präsentation auf einem Bildschirm.

175 Nationentage im riesigen Al-Wasl-Dom

Unter der riesigen Kuppel des Al-Wasl-Dom wiederum finden etliche kulturelle Höhepunkte sowie die 173 Nationentage statt. Auf einer Festival-Bühne (15.000 Plätze) und im Amphitheater (2500 Plätze) treten zahlreiche Stars aus aller Welt auf, und 15.000 Bäume sowie zwei Parks sollen für eine grüne Lunge sorgen. Ergänzt wird das Programm durch verschiedenste Themenwochen, in denen es – von Landwirtschaft über Gesundheit bis Tourismus – um wichtige Segmente des alltäglichen Lebens geht.

Einer der wichtigsten Partner der Expo 2020 ist der in München ansässige Siemens-Konzern. Nicht weniger als das städtische Leben der Zukunft will das Unternehmen in Dubai simulieren: Die Ausstellung will Siemens zu seiner ersten voll funktionsfähigen „Smart City“ machen. Modernste Technologie in 137 Gebäuden sollen dafür sorgen, dass über eine digitale Cloud alles mit allem verknüpft ist. Dubai, so verspricht der Konzern, werde dadurch zur „digitalisiertesten, nachhaltigsten und auch sichersten Expo der Geschichte“. Nach 2021 will Siemens die Weltausstellung dann zu seiner globalen Logistikzentrale machen.

Und der Al-Wasl-Dom schließlich soll für das Emirat am Persischen Golf zu dem werden, „was der Eiffelturm für Paris geworden ist“, sagt Reem Al Hashimy, Außenministerin der Vereinigten Arabischen Emirate und Chefin des Expo-2020-Kommittees – nämlich ein neues nationales Symbol. Gebaut wurde der Turm übrigens vor genau 130 Jahren: zur Weltausstellung 1889 in Paris.

Wichtiges in Kürze

Tickets:
1-Tages-Ticket (gelten für einen Einzeleintritt zwischen dem 20. Oktober 2020 und 10. April 2021):
Erwachsene: 120 AED (ca. 30 Euro)
Kinder, Studenten: 60 EAD (ca. 15 Euro)
Senioren (ab 65 Jahre): frei
Kinder bis 5 Jahre: frei

3-Tages-Ticket:
Erwachsene: 260 AED (ca. 64 Euro)
Kinder, Studenten: 130 EAD (ca. 32 Euro)
Senioren (ab 65 Jahre): frei
Kinder bis 5 Jahre: frei

erhältlich zum Beispiel bei Alpha Tours Dubai, Travco oder Holiday Moments oder am Messeeingang.

Öffnungszeiten:
Die Expo 2020 dauert sechs Monate lang, vom 20. Oktober 2020 bis zum 10. April 2021. Sie ist täglich geöffnet: von 10 bis 1 Uhr an Werktagen und von 10 bis 2 Uhr an Wochenenden und Feiertagen.

Anfahrt:
Das 4,38 Quadratkilometer große Gelände der Expo 2020 befindet sich im Stadtteil Dubai South. Es ist von Dubai aus mit der U-Bahn zu erreichen.

Offizielle Website:
www.expo2020dubai.com/de/






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