Tipps für die Geschäftsreise

Vorsicht vor Leitungswasser im Ausland

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Auch wenn der Durst noch so groß ist: In vielen Ländern sollten Reisende besser kein Leitungswasser trinken. Manchmal können aber auch schon einige Vorsichtsmaßnahmen helfen. BizTravel gibt die besten Tipps.

Mineralwasser in den Koffer

Auch wenn es das Gepäck etwas schwerer macht: Ein oder zwei Flaschen Mineralwasser im (eingecheckten) Koffer können Wunder wirken. Denn nichts ist unangenehmer, als abends durstig im Hotel anzukommen, alle Geschäfte sind geschlossen, und für die 0,25-Liter-Flasche in der Minibar 3,90 Euro hinzublättern. Gewöhnen Sie es sich bei Auslandsreisen einfach an, die Flaschen sofort in den Koffer zu legen – dann vergessen Sie sie auch nicht.

Im Hotel nachfragen

Wer sich unsicher ist, ob das Leitungswasser genießbar ist, sollte sich im Hotel erkundigen. Sie werden nicht der Erste sein, der danach fragt! Auf grundsätzliche Länderlisten sollten Sie sich nicht verlassen, denn oft unterscheidet sich die Wasserqualität auch innerhalb eines Staates je nach Region beträchtlich. In Südafrika gilt das Leitungswasser in den großen Städten als trinkbar – in ländlichen Regionen aber sollte man auf den Genuss verzichten.

Trinken oder nicht trinken: Länderliste

Wasser meist trinkbar: Deutschland, Irland, Schweden, Norwegen, Finnland, Dänemark, Island, Neuseeland, Australien, USA, Kanada, Frankreich, Griechenland, Österreich, Schweiz, Ungarn, Großbritannien, Niederlande, Polen, Japan
Wasser meist nicht trinkbar: Brasilien, Argentinien, Chile, Kolumbien, Mexiko, Spanien, Russland, China, Hongkong, Indien, Korea, Malaysia, Singapur, Taiwan, Thailand, Vietnam, Türkei, Iran, Israel, Vereinigte Arabische Emirate, Ägypten, Ghana, Namibia, Kamerun Quelle: Alle Angaben stammen vom Reisemedizinischen Zentrum am Bernhard-Nocht-Institut (MD Medicus Reise- und Tropenmedizin GmbH). Achtung: Auch in Ländern mit grundsätzlich „trinkbarem“ Leitungswasser sollte zur Sicherheit im Hotel nachgefragt werden. Denn für bestimmte Regionen oder auch nur Orte können andere Voraussetzungen gelten.


In den Tropen verzichten

Zu den Risikogebieten für unsauberes Leitungswasser gelten alle Länder in den Tropen und Subtropen. Hier sollte man niemals Leitungswasser trinken, auch nicht in guten Hotels.

Fünf Minuten abkochen

Findet sich im Hotelzimmer ein Wasserkocher, dann sollten Sie diesen immer einsetzen. Das Abkochen gilt als die sicherste Methode zum Abtöten eventueller Keime wie Hepatitis-A-Viren, Amöben und Bakterien. Das Wasser sollte mindestens fünf Minuten lang kochen – also bis es sprudelt. Frisch aufgebrühter Kaffee oder Tee stellen daher auch kein Problem dar. Wichtig: Je höher die Lage ist, desto länger sollte dieser Vorgang sein. Denn wegen des niedrigen Luftdrucks in Höhenlagen ist auch der Siedepunkt niedriger als üblich. Insgesamt sollte man aber auch abgekochtes Wasser, das nicht getrunken wurde, nach spätestens 24 Stunden entsorgen. Zu groß ist die Gefahr, dass sich in dieser Zeit neue Keime an der Wasseroberfläche gebildet haben. Auch empfiehlt es sich, Gläser oder Tassen, die im Hotelzimmer stehen, zunächst einmal mit kochendem Wasser zu reinigen, sonst kommt es beim Umfüllen zu einer Kontamination. Einziger Nachteil der Methode: Keime werden zwar abgetötet, vorhandene Pestizide oder Schwermetalle bleiben aber erhalten.

Vorsicht bei Eiswürfeln

Im Gegensatz zum Abkochen vernichtet das Gefrieren längst nicht alle Krankheitserreger. Gerade so gefährliche Bakterien wie Salmonellen und Shigellen können durch den Genuss von Eiswürfeln übertragen werden, wenn deren Wasserquelle verunreinigt war.

Zähneputzen nicht vergessen

Wer sich noch so streng an die Regeln zum Abkochen hält, sich aber mit unbehandeltem Leitungswasser etwa die Zähne putzt oder Obst abwäscht, kann natürlich dennoch erkranken. Im Zweifelsfall daher besser „trocken“ putzen oder ein wenig Mineralwasser dazu verwenden.

Immer kurz laufen lassen

Und schließlich gilt selbst für Gebiete, in denen man Leitungswasser bedenkenlos genießen kann: Den Wasserhahn immer erst kurz laufen lassen, bevor Sie das Nass entnehmen. Denn Wasser, das zu lange in den Leitungen steht, kann möglicherweise verunreinigt sein. In der Regel ist es in dem Moment problemlos, in dem die Flüssigkeit so richtig kalt wird.

Filtern und desinfizieren

Eher eine Empfehlung für „Fortgeschrittene“: Durch Hand- oder Topffilter gefiltertes Wasser wirkt gegen Bakterien und Einzeller wie Amöben – tötet aber wiederum Viren nicht zuverlässig ab. Wer auf die Filtermethode wegen nicht vorhandener Kochmöglichkeit angewiesen ist, sollte durch Impfung selbst vor Krankheiten wie Polio und Hepatitis A geschützt sein und das Wasser zusätzlich chemisch desinfizieren (beispielsweise durch Chlor-Produkte wie Certisil Combina, Biostream Aseptice oder Micropur Forte).

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