MICE in Afrika

Die besten Tipps für Südafrika, Namibia und Kenia

Der Schwarze Kontinent zählt zu den dynamischsten Regionen der Welt. Touristenmagneten wie Südafrika, Namibia oder Kenia eignen sich für Unternehmen nicht nur als Tagungs- und Incentiveziele, sondern bieten erhebliche Investitionsmöglichkeiten.

Nur Asien wächst stärker

Doch nicht nur das Geschäft mit den Urlaubern legt in vielen Ländern Afrikas nach dem Ende der Ebola-Krise im Westen des Kontinents wieder zu. Die afrikanischen Staaten – es sind 54 an der Zahl – gehören zu den am stärksten wachsenden Volkswirtschaften der Welt. Laut dem aktuellen African Economic Outlook der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) wies zuletzt nur der asiatische Markt ein höheres Wachstum aus als Afrika. So legte das Sozialprodukt des Schwarzen Kontinents allein zwischen 2001 und 2014 im Schnitt um fünf Prozent pro Jahr zu.

Im vergangenen Jahr verlangsamte sich das Wachstum allerdings leicht. Die Ökonomie aller afrikanischen Länder legte im Vergleich zum Vorjahr um 3,6 Prozent zu. Zwar deutlich mehr als zum Beispiel in Europa, doch machten sich weltwirtschaftliche Turbulenzen – insbesondere der Verfall bei den Rohstoffpreisen – auch in den afrikanischen Volkswirtschaften bemerkbar. Für das kommende Jahr erwartet die OECD wieder einen Anstieg der Wirtschaftsleistung für Afrika von 4,5 Prozent.

Deutsche Unternehmen, der Ansicht ist jedenfalls der Afrika-Verein der Deutschen Wirtschaft, haben dabei das Potenzial des Kontinents vielfach noch nicht erkannt. Risiken – die es durchaus gibt – werden über-, Chancen dagegen häufig unterbewertet, heißt es in einem Positionspapier des Außenwirtschaftsverbandes. Danach werden bislang nur etwa zwei Prozent des deutschen Außenhandels mit Afrika abgewickelt. Das Volumen der gesamten Im- und Exporte summiert sich auf gut 46 Mrd. Euro.

Gut 1000 deutsche Unternehmen sind derzeit auf dem Schwarzen Kontinent aktiv. Wobei sich das Engagement stark unterschiedlich verteilt. In Nigeria, immerhin die größte Volkswirtschaft Afrikas, sind laut Afrika-Verein, nur etwa 70 deutsche Unternehmen aktiv. Die verbreitete Korruption, aber auch die zum Teil angespannte Sicherheitslage erklären die Zurückhaltung.

Ganz anders sieht es unter anderem in Südafrika aus. Zwar ist die zweitgrößte Ökonomie des Kontinents im Doing Business Report der Weltbank in den vergangenen Jahren von Rang 28 auf Rang 73 abgesackt, dennoch tummeln sich mehrere Hundert deutsche Firmen am Kap der Guten Hoffnung. Die laut Auswärtigem Amt vergleichsweise gute Infrastruktur, ein Finanzsektor auf Weltniveau, erhebliche Rohstoffreserven, sowie ein verlässliches und unabhängiges Rechtssystem sorgen für die nötige Anziehungskraft.

MICE-Tipps für Südafrika

Das Land am Kap der Guten Hoffnung zählt zu den beliebtesten Fernreisezielen nicht nur der der Deutschen. Doch nicht nur als Urlaubsziel ist Südafrika gefragt. Auch das Geschäft mit Meetings und Events (MICE) zieht an. Allein 2015 fanden am Kap 140 Tagungen und Konferenzen internationaler Organisationen mit zusammen 80.000 Delegierten statt. Im Länder-Ranking der International Congress and Convention Association (ICCA) belegt Südafrika Platz 38. Unternehmen und Verbände, die hier eine Tagung, eine Konferenz oder ein sonstiges Zusammentreffen planen, können unter zahlreichen modernen Locations wie dem Cape Town Convention Centre, dem International Convention Centre in Durban oder – in Johannesburg – dem Coca Cola Dome und dem Sandton Convention Centre wählen. Auch die diversen Vier- und Fünf-Sterne-Hotels im Land verfügen über erhebliche Tagungskapazitäten. Wer’s ungewöhnlicher mag, kann in den Stadien der Fußball-WM 2010 tagen. Insbesondere das FNB-Stadion in Johannesburg, das Greenpoint-Stadion in Kapstadt und das Moses-Mabhida-Stadion in Durban sind wegen ihrer Architektur echte Volltreffer.

Die besten Tipps für Tagungen in Kenia

Einfach war das touristische Geschäft in Kenia in der jüngeren Vergangenheit nicht. Innenpolitische Turbulenzen und vor allem der Konflikt mit der islamistischen Al-Shabab-Miliz sorgten für stark rückläufige Besucherzahlen. So gab es seit 2011 hier ein Minus von etwa 50 Prozent mit zum Teil desaströsen Folgen für die heimische Tourismusbranche. Mittlerweile allerdings hat sich die die politische Situation in Afrikas achtgrößter Volkswirtschaft entspannt. Eine Entwicklung, die sich auch im Tourismus positiv niederschlägt. Die Nachfrage nach Reisen in das ostafrikanische Land jedenfalls zieht in diesem Jahr wieder deutlich an, wie hiesige Veranstalter und Leistungsträger vor Ort berichten.

Dabei zielt das Land, das zuletzt mit stabilen Wachstumsraten des Sozialprodukts von fünf Prozent pro Jahr aufwartete, als klassische Safari-Destination nicht mehr nur auf Urlaubsreisende. Auch den MICE-Sektor hat man im Blick. Im Afrika-Ranking der International Convention und Congress Association (ICCA) von 2015 belegt Kenia Platz vier mit 19 internationalen Großveranstaltungen. 17 davon fanden in der Hauptstadt Nairobi statt, wo sich auch die größten Tagungskapazitäten des Lande befinden. Für Großveranstaltungen bietet sich das Kenyatta International Convention Centre (KICC) mit seinem charakteristischen 105 Meter hohen Turm an. Das Amphitheater des KICC bietet Kapazitäten für fast 900 Konferenzgäste, der Tsavo Ballroom ist der größte Plenarsaal in ganz Ostafrika mit Platz für bis zu 4000 Personen.

Wer’s intimer mag, dem sei zum Beispiel die Great Rift Valley Lodge, rund eineinhalb Stunden Autofahrt in Nairobi entfernt, empfohlen. Die Anlage bietet nicht nur einen 18-Loch-Golfplatz, sondern verfügt auch über drei Tagungsräume, in denen 180, 80 oder 30 Personen Platz finden. Hinzu kommt ein Boardroom für bis zu 20 Personen.

Auch die kenianische Küste ist ein möglicher Standort zumindest für kleine und mittelgroße Meetings und Events. Diverse Strandhotels im oberen Segment bieten entsprechende Kapazitäten.

Tagungsziel Namibia

Das Land im Südwesten Afrikas ist kein Massenziel. Aus Deutschland kamen zuletzt gut 86.000 Touristen – damit ist die Bundesrepublik mit Abstand der größte touristische Quellmarkt in Übersee. Auch mit Blick auf das MICE-Geschäft ist Namibia eine eher feine und kleine Destination – was an den begrenzten Hotel- und Tagungskapazitäten liegen dürfte. So eignet sich das Land dann auch weniger für Großveranstaltungen als für Events und Incentive-Reisen. Möglich sind zum Beispiel Tagungen direkt im Tierreservat: So verfügt das Erindi Game Reserve über einen Tagungsraum für Veranstaltungen und Präsentationen mit Platz für bis zu 100 Personen – und nach Tagungsende geht‘s dann direkt auf Pirschfahrt ins Game Reserve mit seinen 12.000 Wildtieren.

Die wichtigsten Fluggesellschaften

South African Airways (SAA) und Ethiopian Airlines sind die beiden führenden Fluggesellschaften in Afrika. Welcher der beiden Airlines die Nase vorn hat, ist dabei nicht ganz eindeutig und hängt vor allem von den Kennziffern ab, die man sich anschaut. So kommt der südafrikanische Nationalcarrier auf einen Umsatz von 2,4 Mrd. Euro; Ethiopian liegt mit 2,1 Mrd. Euro knapp dahinter. Auch bei den Passagierzahlen schneiden die Südafrikaner, die täglich von Frankfurt und München nach Jonannesburg fliegen, besser ab. So beförderte die Airline vom Kap zuletzt insgesamt etwa 6,7 Mio. Kunden. Ethiopian, die sich in ihrem Strategiepapier 2025 zum Ziel gesetzt hat, führende Airline Afrikas zu werden, kommt auf 6,4 Mio. Mit Blick auf die Flotte und Netzwerk punktet dagegen die äthiopische Airline: So betreibt das Unternehmen aktuell 73 Flugzeuge – darunter 14 moderne Dreamliner von Boeing – und fliegt 92 Flughäfen in 63 Ländern an. In Deutschland fliegt der Anbieter täglich von Frankfurt nach Addis Abeba. SAA wiederum verfügt derzeit über 53 Maschinen, mit denen 38 Flughäfen in 26 Ländern bedient werden. Eins haben die zwei Fluggesellschaften trotz aller Konkurrenz gemeinsam: Beide sind Mitglied in der Star Alliance.

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

stats