Meine Woche | KW36

Wenn hinter Fliegen Fliegen fliegen, ...

BizTravel

An dieser Stelle berichtet BizTravel-Chefredakteur Oliver Graue über seine Woche im Business Travel.

Mittwoch, 4. September 2019

Und nochmal das Thema Fliegen (siehe unten: Billigflug und Strafsteuer). Im Zuge der Klimadebatte wurde und wird immer wieder über den innerdeutschen Flugverkehr gesprochen: Ist er sinnvoll oder überflüssig? Wobei ein Ende des Inlandsverkehrs dem Klima wohl so gut wir gar nicht helfen würde. Gerade mal 0,007 Prozent trägt er zum weltweiten CO2-Ausstoß bei.

Aber wie wirtschaftlich ist er eigentlich noch für die Anbieter? Vermutlich eher wenig. Für einen Bericht, der in der nächsten fvw erscheinen soll (am 13. September), recherchiere ich gerade, wie sich die Zahl der innerdeutschen Verbindungen und Airlines in den letzten Jahren verändert hat. Soviel sei verraten: Die Schrumpfung ist enorm. Vor allem, wo die Bahn eine schnelle Alternative bieten kann, hat der Flugverkehr kaum noch Überlebenschancen. Aber auch unabhängig davon sind viele Strecken dem Rotstift und viele Fluggesellschaften der Insolvenz zum Opfer gefallen.

Wenn man ehrlich ist, hat innerdeutscher Flugverkehr heute nur noch zwei Bedeutungen: erstens für den Geschäftsreiseverkehr für eintägige Trips, die mit der Bahn zeitlich nicht zu erledigen wären. Und zweitens als Zubringer für internationale Weiterflüge ab Frankfurt oder München. Würde hier noch weiter gekürzt, würde das die deutsche Wirtschaft hart treffen. Das Klima aber hätte überhaupt nichts davon.

Freitag, 30. August 2019

Zugegeben: Diese Forderung hat etwas von Populismus, und der Parteivorstand hat das Ganze ja auch umgehend abgelehnt. Doch wenn die CSU-Landesgruppe verlangt, Billigflüge zu verbieten, indem der Mindestpreis auf 50 Euro heraufgesetzt wird, dann klingt das zwar zunächst vernünftig. Denn natürlich sind Flüge für 9,99 Euro oder auch für 29,99 Euro ökologisch unverantwortlich und ökonomisch unsinnig. Dennoch handelt es sich bei Angeboten wie diesen um Kampfpreise, die nur in einer sehr geringen Menge vorhanden sind. Durchschnittspreise sind dies nicht - sonst wäre längst jede Fluggesellschaft pleite.

Und doch würde ein solcher Mindestpreis von 50 Euro von den meisten Airlines wohl begrüßt: Längst haben sie gemerkt, in welch ruinösen Teufelskreis sie sich mit den Billigangeboten selbst gesteuert haben. Zudem würde ein solcher Mindestpreis vermutlich das Aus für Fluggesellschaften wie Ryanair oder Lauda bedeuten – ein Verlust wäre das sicher nicht. Vielleicht bieten sich stattdessen wieder Chancen für Regionalflieger.

Und seien wir ehrlich: Folgen für die Geschäftsreise hätte eine solche Maßnahme nicht. Denn schon heute zahlen Firmen in aller Regel deutlich mehr als 50 Euro pro Strecke – weil Geschäftsreisen eher kurzfristig gebucht werden und in sowieso nachfragestarken Zeiten stattfinden.

2 Kommentare Kommentieren
  1. Heinz
    Erstellt 4. September 2019 10:02 | Permanent-Link

    Dummes dummes Deutschland !
    In der Politik dreht sich alles um „Flüchtlinge“ (andere Themen gibts glücklicherweise nicht ...) und in Punkto Umwelt gibts nichts wichtigeres als das Fliegen zu bashen ! Wow ! Klarer kann man den geistigen Abstieg nicht mehr dokumentieren !!

  2. Leo
    Erstellt 4. September 2019 10:41 | Permanent-Link

    Warum denn keiner Schwarztee und Kaffee ausschenkt, vielleicht wacht mal einer auf.

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