Meine Woche | KW32

Mehr Spesen, stabile Kosten, volle Steuersäckel

BizTravel

An dieser Stelle berichtet BizTravel-Chefredakteur Oliver Graue über seine Woche im Business Travel.

Montag, 05.08.2019

Sie sind früh dran in diesem Jahr: Sowohl CWT als auch GBT haben ihre Preisprognosen für 2020 veröffentlicht. Die Aussagen ihrer Studien sind identisch, mit Kostensteigerungen rechnen sie nicht, weder im Flug- noch im Bahn- oder Straßenverkehrbereich. Zumindest in Europa dürften Unternehmen 2020 ähnlich viel für Geschäftsreisen bezahlen wie in diesem Jahr, in dem es wiederum – im Vergleich zu 2018 – teurer wurde.

Grund dafür, dass es nicht noch weiter aufwärts geht mit den Preisen, sind vor allem politische Faktoren wie der Brexit und die globalen Handelsbeschränkungen. Hinzu kommen möglicherweise wieder steigende Ölpreise. Und fraglich bleibt noch, ob und wie sich die derzeitige Klimadebatte auswirken wird: Setzt die Politik tatsächlich eine (deutschland- oder europaweite) CO2-Steuer durch, dürfte sich das Fliegen deutlich verteuern.

Das nützt zwar dem Klima nichts, aber es schadet den heimischen Fluggesellschaften: Sie sind wegen der dann höheren Ticketpreise nicht mehr konkurrenzfähig, mit der Folge, dass die Unternehmen verstärkt auf Umsteigeflüge mit außereuropäischen Airlines setzen (die keine CO2-Steuer bezahlen müssen). Mittelfristig dürften deren Preise dann ebenfalls steigen (wegen der erhöhten Nachfrage), während deutsche und europäische Airlines in die Krise geraten könnten. Sie sehen schon, liebe Leserinnen, liebe Leser: Wie sich die Kosten 2020 wirklich entwickeln, ist von etlichen Fragen abhängig, die jetzt noch gar nicht geklärt sind. Es bleibt also spannend.

Freitag, 02.08.2019

Es gibt sie noch – die guten Nachrichten. Künftig (vermutlich ab 2020) dürfen Arbeitgeber ihren Reisenden Verpflegungspauschalen von 14 und 28 Euro statt wie bislang von 12 und 24 Euro steuerfrei auszahlen. Davon haben die Beschäftigten ebenso etwas wie die Unternehmen. Lediglich der Staat "blutet" ein wenig: Finanzexperten rechnen mit gut 300 Mio. Euro geringeren Steuereinnahmen. Seien wir ehrlich: Im Vergleich zu den 322 Mrd. Euro Gesamtsteuereinnahmen ist das so gut wie nichts – genauer gesagt 0,1 Prozent. Und das Staatssäckel ist derzeit sowieso so voll wie selten zuvor.
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