Meine Woche | KW31

Reise-Krisen und Glücks-Angelegenheiten

BizTravel

Dienstag, 30. Juli 2019

Das Sprachbild passt gar nicht zu den hochsommerlichen Temperaturen und den immer wieder neuen Hitzerekorden in Deutschland. Dennoch muss man sagen: Ein rauer, kühler Wind weht in der deutschen Reisebranche. Das hat es lange nicht mehr gegeben: Thomas Cook, hierzulande die Nummer 2 nach der TUI, kann nur durch einen chinesischen Investor gerettet werden. Die TUI selbst kündigt an, 450 Jobs zu streichen. Außerdem will sie ihre Stationen an allen 18 Flughäfen schließen, 130 Jobs gehen verloren.

Und am selben Tag meldet die Bahn an, ihre 21 Reisebüros an den Bahnhöfen dicht zu machen. Die 86 Mitarbeiter sollen an anderen Stellen im Konzern eingesetzt werden.

Was ist eigentlich passiert? Noch im letzten Jahr war von Rekordwachstum bei Reisen die Rede, und gefühlt überall in der Welt drohte "Overtourism". Plötzlich stecken die Anbieter in Finanznöten (was allerdings nicht für alle gilt). Warum? Wird nur noch im Internet gebucht bei den US-Digital-Konzernen? Geht es nur noch um "billig"? Oder bleiben die Deutschen tatsächlich lieber zu Hause und lernen das eigene Land kennen?

Ich bin gespannt, wie sich in diesem Jahr die Geschäftsreisen entwickeln. 2018 wurde laut VDR-Geschäftsreiseanalyse erneut ein Rekordwert erreicht. Geht wenigsten das 2019 so weiter?

Freitag, 26. Juli 2019

Früher hat Herr Rossi das Glück gesucht – heute macht das jeder. Zahlreiche Ratgeber überschwemmen den Markt, die vorgeben, die besten Empfehlungen für Glückssuchende bereitzuhalten. Ob deren Autoren wirklich glücklich sind oder nur das finanzielle Glück durch möglichst hohe Auflagenzahlen im Auge haben, steht dabei nicht fest.

Immerhin: Der Ort Oia im spanischen Galizien macht das Glück nun zu einer bürokratischen Aufgabe. Der frisch gewählte Gemeinderat hat ein Glücksdezernat eingerichtet. Für ein eigenes Glücksbudget reicht es in dem 3000-Einwohner-Örtchen allerdings nicht – Glück soll daher ehrenamtlich erzeugt werden. So soll sich ein "Rat der Weisen" um Glücksvorschläge der Einwohner kümmern, dazu gehört etwa, Bettlägerigen regelmäßig etwas vorzulesen. Außerdem sollen Feste organisiert werden, und Kindern soll bei den Hausaufgaben geholfen werden.

Eine gute Idee, wie ich finde. In Zeiten, in denen die Gewalt zunimmt, per Social Media der gesamte Hass dieser Welt ausgeschüttet wird und selbst viele Mächtige auf Aggression setzen, kann ein wenig Glück nicht schaden. Für alle – nicht nur für Herrn Rossi.


Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

stats