Lesetipp

Die Stimmen der Indianer

Hanser

Zwischen brutal und zärtlich, zwischen tragisch und hoffnungsfroh: Tommy Orange zeichnet in "Dort dort" die höchst heteorogenen indianischen Charaktere. Und er erzählt, wie die Ur-Einwohner bis heute unterdrückt werden.

Eine knallrote Feder, die sich schüttelt und aus der das Blut in vielen Tropfen spritzt: Der Umschlag von Tommy Oranges neuem Buch "Dort dort" ist der im wahrsten Sinne des Wortes rote Faden, der sich durch seine Geschichten zieht. Mit erschütternder Brutalität erzählt er das Schicksal von zwölf durchaus schrägen, jedoch liebenswerten Personen. Sie alle haben eines gemeinsam: Sie sind Indianer, amerikanische Ureinwohner also, die seit Jahrhunderten von den Weißen unterdrückt und ausgebeutet werden – auch heute noch.

Tommy Orange, der selbst den Volksstämmen der Cheyenne und Arapaho angehört, gibt ihnen eine Stimme. In seiner Heimat Oakland lässt er die zwölf Charaktere an einem einzigen Tag aufeinandertreffen, beim großen Pow Wow.

In aufwühlender Weise und voller Wucht erzählt Orange anhand dieser sehr unterschiedlichen Personen und ihrer Schicksale die traurige Geschichte der Ureinwohner. Er umschifft primitive und alltägliche Klischees, stellt "die Indianer" als völlig heteorogene Stämme und Völker mit ganz unterschiedlichen Lebenswirklichkeiten dar – indem er jeden der zwölf Charaktere für sich sprechen lässt. Mit der gängigen amerikanischen Geschichtsschreibung hat das alles wenig zu tun.

Ein Buch, das aufrüttelt!

Zu einer Leseprobe gelangen Sie über:
https://www.hanser-literaturverlage.de/buch/dort-dort/978-3-446-26413-7/

Tommy Orange: Dort dort. Erschienen bei Hanser, 288 Seiten. Preis: 22 Euro. ISBN-13: 978-3446264137

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

  1. Sigrid Weigend
    Erstellt 9. September 2019 10:34 | Permanent-Link

    Danke für die Leseprobe.

  2. Oliver Graue
    Erstellt 9. September 2019 15:07 | Permanent-Link

    Liebe Frau Weigend, Ihnen vielen Dank für die Anregung!

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