Lesetipp

Ein Intellektueller des 20. Jahrhunderts

Zsolnay

Der FAZ-Korrespondent Michael Martens porträtiert das Leben des jugoslawischen Politikers, Dichters und Nobelpreisträgers Ivo Andric – ein Leben in kriegerischen Zeiten.

Ivo Andric war Schriftsteller, Diplomat und Politiker. Im Jahre 1941 wurde der im bosnischen Travnik geborene Jugoslawe mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet.

Ebenso wie für die Dichterei schlug sein Herz für die Politik. Weil Andric den 1914 in das Attentat von Sarajevo Verwickelten Unterschlupf gewährt hatte, steckten ihn die Österreicher ins Gefängnis. Andric wirkte später mit der Bildung des Staates Jugoslawien als Union aus Serbien, Kroatien und Slowenien. Von 1939 bis 1941 vertrat er sein Land als Abgesandter im Deutschen Reich, feierte und verhandelte mit Hitler und Göring. Und als Kommunist schließlich zog er nach dem Krieg als Abgeordneter ins jugoslawische Parlament ein.

In seinem Buch "Im Brand der Welten" beschreibt der FAZ-Redakteur Michael Martens das Leben dieses Intellektuellen – zwischen Politik und Literatur. Politisch nicht unumstritten – Andric wurde immer wieder wegen einer "einseitig serbischen" Geschichtsschreibung kritisiert –, gelang ihm literarisch auch in Deutschland mit seinem Titel "Die Brücke über die Drina" der Durchbruch.

Detailliert und höchst spannend porträtiert Martens ein wahrhaft bewegtes Leben des 20. Jahrhunderts!


Michael Martens: Im Brand der Welten: Ivo Andric. Ein europäisches Leben. Erschienen im Verlag Paul Zsolnay, 496 Seiten, Preis: 28 Euro. ISBN: 978-3552059603


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