Lesetipp "Der Salzpfad"

Einfach losreisen – der Rest ist Zufall

DuMont

Ein walisisches Ehepaar gerät in eine schwere finanzielle und seelische Krise. Die 1000 km lange Wanderung entlang der britischen Südwestküste soll sie in ein neues Leben führen.

Ursprünglich wurde er angelegt, um Schmuggler aufzuspüren. Heute ist der sogenannte Salzpfad – der South West Coast Path – Großbritanniens längster Fernwanderweg. Mit einer Länge von 1014 Kilometern und mit 35.000 Höhenmetern führt er die britische Südwestküste entlang, von Somerset über Devon und Cornwall nach Dorset.

Das walisische Paar Raynor und Moth Winn haben alles, was sie hatten, durch einen betrügerischen Freund verloren – samt ihres Zuhauses. Zudem wird bei Moth eine schwere Krankeit diagnostiziert. Ihr Ausweg: einfach losmarschieren, völlig unvorbereitet, mit nur 50 Euro Budget. Was sie unterwegs erleben, sprengt ihre Erwartungen: Die Reise durchs eigene Land ist nicht weniger faszinierend als ein Trip in die Ferne.

Mehr als um Landschaften geht es bei den Winns allerdings ums Aufarbeiten ihrer misslichen Lage. Zunächst stehen – vielleicht ein bisschen zu ausführlich – die Obdachlosigkeit und die teilweise selbst verschuldete Privatinsolvenz im Fokus. Anschließend aber schildern sie die kleinen, unerwarteten Erlebnisse und Begegnungen – und eine neue Tür in eine bessere Zukunft öffnet sich.

Nein, ein wirkliches Reisebuch ist "Der Salzpfad" nicht. Jedenfalls keines, in dem die Destination im Vordergrund steht. Eher geht es für das Paar darum, eine Reise in ein neues Leben anzutreten und zunächst einmal mit Hunger, kargen Mahlzeiten und der Kälte während ihrer Wanderung zurechtzukommen.

Raynor Winn (Autor), Christa Prummer-Lehmair (Übersetzer), Heide Horn (Übersetzer): Der Salzpfad (DuMont Reiseverlag, 336 Seiten, Preis: 14,99 Euro)


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