Hörenswert

Jochen Distelmeyer und Raphael Marionneau

Stereo Deluxe

Der eine, bekannt durch seine Band "Blumfeld", blickt auf seine wichtigsten Inspirationen zurück. Der andere, Meister der elektronischen Musik, veröffentlicht bereits die 13. Ausgabe seiner Reihe "Le Café Abstrait".

Jochen Distelmeyer: Coming Home – Mit seiner Band "Blumfeld" galt er als Mitbegründer der Hamburger Schule. Als sich Jochen Distelmeyer vor 20 Jahren mit Liedern wie "Tausend Tränen Tief" fernab vom Diskurspop à la "Ich-Maschine" zu bewegen begann, musste er sich von manchen Fans das eine oder andere unfreundliche Wort anhören. Schlager statt Kritik? Von wegen. Für Distelmeyer zählt in Sachen Musik vor allem eines: Sie muss uns fühlen lassen, wer wir sind, was wir brauchen und wirklich wollen. Dass eine solche Beschreibung vor Genre-Grenzen nicht Halt macht, zeigt der Musiker auf seiner neuen CD "Coming Home". Auf der Schreibe singt er sich durch 17 Titel, die von den Punks SYPH über Chris Gantry, Softmoon, Missy Elliott, Andreas Dorau, Kris Kristofferson und Doris Day bis Pharrell Williams reichen. Von Distelmeyer vorgetragen klingt das so, als würde es keinerlei Grenzen dazwischen geben. 17 Seelenzustände. Gelungen und überraschend (Stereo Deluxe).

Raphael Marionneau: Le Café Abstrait, Vol. 13 – Grenzen sind auch bei dem sympathischen Hamburger Franzosen ein Fremdwort. Auch auf seiner bereits 13. Kompilation – die erste erschien vor fast 20 Jahren – vereinigt er Musik von Künstlern aus aller Welt. Natürlich ist alles elektronisch bei Raphael Marionneau, doch das Klangspektrum reicht von wunderbar harmonisch über entspannt bis beflügelt. Dabei führt der DJ seine Hörer in 44 Tracks (3 CDs) durch einen perfekten Sommertag. Den Auftakt macht der Nachmittag, den Künstler wie Francesco Puccioni (Mystic Dimensions) und Israel Vich einleiten. CD Nummer 2 geht in den Abend über, "ich habe versucht, den Sonnenuntergang einzufangen", sagt Marionneau. Dafür engagiert er Atlantique ebenso wie Ross Rayer oder Murya. Und schließlich geht's in die laue Sommernacht – mit magischen Sounds zwischen Bianco de Gaia und Mirage Of Deep (Stereo Deluxe).
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