Gepäckverlust auf Geschäftsreise

Was tun, wenn der Koffer fehlt?

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Jedes Jahr gehen Millionen Koffer und Taschen auf Flugreisen verloren. BizTravel sagt, was Sie bei Gepäckverlust wissen müssen.

Tipp 1: Verlust noch am Flughafen melden

Wenn Ihr Gepäck nicht an der Ausgabe ankommt, sollten Sie den Verlust noch am Flughafen melden. Wenden Sie sich dazu an die Mitarbeiter des Gepäckschalters („Lost and found“). Dieser befindet sich in der Regel in der Nähe der Gepäckbänder. Halten Sie Ihre Bordkarte bereit, denn auf dieser befindet sich der Aufkleber mit der Gepäckregistrierungsnummer. Bleibt eine erste Nachforschung ohne Erfolg, wird eine formelle Verlustmeldung erstellt. Sie enthält Personen- und Flugdaten sowie Angaben zum Gepäckstück. In der Regel bekommen Sie automatisch eine Kopie mit einer Referenznummer, damit Sie für den weiteren Suchverlauf etwas in der Hand haben. Wichtig: Klären Sie auch, wie Sie an Ihr Gepäck gelangen, wenn es wieder aufgefunden wurde.

Tipp 2: Meldefristen beachten

Den Verlust Ihres Gepäcks sollten Sie der Airline unverzüglich melden. Für beschädigtes Gepäck gilt eine Meldefrist von sieben Tagen. Im Falle einer Verspätung des Fluggepäcks können Sie binnen 21 Tagen nach dessen Eintreffen eine schriftliche Anzeige gegenüber der Fluggesellschaft einreichen. Danach entfällt Ihr Anspruch auf Schadenersatz.

Tipp 3: Recht auf Ersatzausstattung nutzen

Bleibt Ihr Koffer vorerst verschollen, sollten Sie sich bei der Airline erkundigen, was diese für Sie in der Zeit ohne Gepäck tun kann. Einheitliche Regelungen gibt es nicht: Einige Fluggesellschaften geben „Overnight-Kits“ mit Unterwäsche und den wichtigsten Toilettenartikeln wie Kamm und Zahnbürste aus, andere wiederum nicht. Stehen Sie ohne etwas da, sollten Sie das auch schon bei der Verlustmeldung mit angeben. Bei verspätetem Gepäck müssen die Airlines für notwendig gewordene Einkäufe am Zielort aufkommen. Wenn Sie beispielsweise wichtige Termine auf Ihrer Geschäftsreise einhalten müssen, sind Sie folglich auf angemessene Kleidung angewiesen. Wichtig: Kaufen Sie nur das, was Sie wirklich benötigen. Ist die Anschaffung nicht plausibel, kann sich die Fluggesellschaft später weigern, dafür aufzukommen. Sie können bei der Airline auch einen Barvorschuss erfragen. Der liegt je nach Buchungsklasse zwischen 20 und 200 Euro.

Tipp 4: Quittungen von Ersatzausstattung sammeln

Meist müssen Reisende das Geld für die Ersatzausstattung zunächst vorstrecken. Daher ist es ratsam, alle Kaufbelege aufzubewahren, um sie später vorlegen zu können. Spätestens drei Wochen nachdem Sie Ihr Gepäck wiedererhalten haben, müssen die Quittungen der Fluggesellschaft vorliegen.

Tipp 5: Koffersuche per Internet verfolgen

Größere Fluggesellschaften wie beispielsweise die Lufthansa sind an einen Online-Gepäckermittlungsservice angeschlossen. Über „World Tracer“ können Sie als Flugpassagier rund um die Uhr und an jedem Ort der Welt den aktuellen Stand Ihrer Koffersuche abrufen. Weltweit sind über 440 Flug- und Abfertigungsgesellschaften sowie mehr als 2.200 Flughäfen an diesen Service angeschlossen.

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Tipp 6: Schadenersatz von der Airline fordern

Ist der Koffer trotz intensiver Suche nicht mehr aufzutreiben, müssen Sie einen Fragebogen ausfüllen, in dem Sie Ihren Koffer und seinen Inhalt genau beschreiben und dessen Wert angeben. Tipp: Machen Sie vor der Reise ein Foto Ihres Kofferinhalts. Den ausgefüllten Fragebogen reichen Sie mit der Bitte um Schadenersatz bei der Airline ein. Werden Entschädigungen beispielsweise bei verlorenem, beschädigtem oder verspätetem Gepäck fällig, dann gilt für die Flugbranche das Montréaler Abkommen. Zu den Vertragsstaaten zählen u.a. alle EU-Mitgliedstaaten, die USA, Kanada und Japan. Laut Montréaler Abkommen ist eine Airline nur zu einer Erstattung in Höhe von 1.131 Sonderziehungsrechten pro Fluggast verpflichtet. Dies entspricht aktuell einem Wert von etwa 1.200 Euro. Jede darüber hinaus gehende Erstattung basiert auf der Kulanz der Airline.

Liegt der Wert Ihres Kofferinhalts deutlich über der Höchstgrenze, sollten Sie dies vor der Reise bei der Airline melden. Gegen eine Gebühr können Sie den Koffer dann versichern lassen. Aktuelle Informationen zum Thema Fluggastrechte bietet das Luftfahrt-Bundesamt.

Tipp 7: Wertgegenstände im Handgepäck verstauen

Wichtig: Die Fluggesellschaften haften nicht für Wertgegenstände wie Notebooks, Handys, Kameras und Schmuck sowie wichtige Dokumente und Schlüssel. Diese Dinge sollten Sie am besten im Handgepäck verstauen.

Tipp 8: Schlichtungsstelle in Anspruch nehmen

Sollten Airlines die Ansprüche ihrer Kunden bei Verspätung, Annullierung oder Überbuchung und bei Gepäckschäden nicht erfüllen, können sich Flugpassagiere ab November an eine neu eingerichtete Schlichtungsstelle wenden. Damit sollen Gerichtsverfahren vermieden werden. Können sich Fluggast und Airline trotzdem nicht einigen, steht der Klageweg weiterhin offen. Das Gesetz soll am 1. November 2013 in Kraft treten.

Tipp 9: Kofferverlust vorbeugen

Als Fluggast können Sie selbst eine ganz Menge dazu beitragen, dass Ihr Koffer sein Ziel sicher erreicht. Zehn Tipps, wie Sie verlorenes Gepäck auf Geschäftsreise vermeiden.

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