Fluggastrechte

Snacks und Getränke reichen nicht

Dr. Alexander Skribe ist Vertragsanwalt des Verbraucherschutzportals www.fairplane.de
Studio Huger
Dr. Alexander Skribe ist Vertragsanwalt des Verbraucherschutzportals www.fairplane.de

Beträgt die Flugverspätung mehr als drei Stunden, haben Passagiere laut EU-Recht einen Anspruch auf zusätzliche Ausgleichszahlungen.

Leser fragen, Experten antworten: BizTravel und das Verbraucherportal Fairplane.de setzen ihre Serie rund um Fluggastrechte fort.

Frage: Reicht es, wenn ich von der Fluggesellschaft bei langen Wartezeiten Snacks und Getränke erhalte – oder habe ich darüber hinaus noch einen finanziellen Ausgleichsanspruch?

Dr. Alexander Skribe: Hier sind zwei Aspekte zu betrachten. Zum einen die sogenannten Betreuungsleistungen und zum anderen die davon unabhängigen Ausgleichszahlungen. Bereits ab einer Wartezeit von zwei Stunden – bei Kurzstreckenflügen von bis zu 1.500 Kilometern – ist die Airline verpflichtet, wartende Passagiere mit Versorgungsleistungen wie kostenlosen Getränken, Snacks oder kostenfreien Telefonaten zu versorgen.

Falls notwendig muss sie auch die Kosten für Hotelübernachtungen übernehmen. Dies gilt auch, wenn der Grund der Flugverspätung außerhalb des Verantwortungsbereiches der Fluggesellschaft liegt, zum Beispiel wenn „außergewöhnliche Umstände“ vorliegen. Sitzt ein Passagier etwa wegen eines Vulkanausbruches eine Woche lang an einem Flughafen fest, hat die befördernde Airline für die gesamte Zeit die entsprechend notwendige Bereuung zu leisten.

Ein zusätzlicher Anspruch auf Ausgleichsleistungen besteht gemäß Europäischer Verordnung 261/2004 prinzipiell erst bei einer Verspätung von mehr als drei Stunden am Endziel. Dann haben Sie als Passagier ein Recht auf Ausgleichzahlungen. Die Höhe richtet sich dabei nach der Flugstrecke und nicht nach dem Ticketpreis. Außergewöhnliche Umstände wie Streiks oder extremes Wetter entbinden die Fluglinie jedoch von der Ausgleichsfrist.

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