Fluggastrechte

Bonusmeilen statt Ausgleichszahlung?

Dr. Alexander Skribe ist Vertragsanwalt des Verbraucherschutzportals www.fairplane.de
Studio Huger
Dr. Alexander Skribe ist Vertragsanwalt des Verbraucherschutzportals www.fairplane.de

Passagiere sollten im Fall einer Verspätung keine angebotenen Gutscheine oder Bonusmeilen als Ersatz akzeptieren. Damit verzichten sie auf ihre Ansprüche.

Leser fragen, Experten antworten: BizTravel und das Verbraucherportal Fairplane.de setzen ihre Serie rund um Fluggastrechte fort.

Frage: Muss ich Bonusmeilen oder Fluggutscheine annehmen, die mir die Airline anbietet?

Dr. Alexander Skribe, Vertragsanwalt des Verbraucherschutzportals www.fairplane.de: Nein, Sie sind als Passagier nicht dazu verpflichtet, die Ihnen von der Fluglinie angebotenen Bonusmeilen oder Fluggutscheine anzunehmen. Das Gesetz sieht grundsätzlich eine Ersatzbeförderung sowie in bestimmten Fällen zusätzlich eine Geldzahlung vor. Hingegen setzt die „Bezahlung“ der Ausgleichsleistung durch die Airline mittels Bonusmeilen oder Fluggutscheinen im Regelfall das schriftliche Einverständnis des Passagiers voraus.

Für Fluggesellschaften sind Fluggutscheine oder Bonusmeilen eine sehr günstige Alternative zu Ausgleichszahlungen. Daher versuchen sie oft auch bei bestehenden Ausgleichsansprüchen, eine solche Lösung direkt mit dem betroffenen Passagier zu vereinbaren. Verbunden mit der Annahme von Fluggutscheinen oder Bonusmeilen ist häufig ein Verzicht des Passagiers auf sämtliche weitere Ansprüche aus dem Vorfall, was sich in der Folge als verhängnisvoll erweisen kann.

Empfehlenswert ist es deshalb, beispielsweise bei einer Annullierung, lieber auf eine Ersatzbeförderung zum schnellstmöglichen Zeitpunkt zu bestehen, anstatt die vermeintlich kulanten Fluggutscheine anzunehmen. Mit dem Ticketkauf haben Sie einen Vertrag mit der Fluglinie geschlossen, der zu erfüllen ist. Bei einer verspäteten Ankunft am Zielflughafen von mehr als drei Stunden steht dem Passagier neben einer kostenlosen Ersatzbeförderung auch die Ausgleichsleistung zu.“

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