Fluggastrechte

Bearbeitungsgebühr für Flugstornos?

Prof. Dr. Ronald Schmid ist Rechtsanwalt und Unternehmenssprecher von Fairplane Deutschland.
Privat
Prof. Dr. Ronald Schmid ist Rechtsanwalt und Unternehmenssprecher von Fairplane Deutschland.

Leser fragen, BizTravel und Ronald Schmid vom Verbraucherportal Fairplane.de antworten: Manche Fluggesellschaften verlangen eine Gebühr, wenn man dort ein Ticket storniert. Ist das Rechtens?

Leser fragen, Experten antworten: BizTravel und das Verbraucherportal Fairplane.de setzen ihre Serie rund um Fluggastrechte fort.

Frage: In meinem Unternehmen müssen ab und zu Flüge storniert werden, weil Termine ausfallen oder Mitarbeiter krank sind. Manche Fluglinien verlangen eine Bearbeitungsgebühr. Zu Recht?

Prof. Dr. Ronald Schmid: Nein. Für eine Flugstornierung dürfen Luftfahrtunternehmen keine Bearbeitungsgebühr erheben. Die Richter am Berliner Kammergericht untersagten diese Praxis einiger Airlines (Az.: 5 U 2/12). Sie begründeten ihr Urteil damit, dass das Bearbeiten einer Stornierung keine Leistung sei, für die eine Fluggesellschaft extra kassieren darf. Kunden haben auch bei der Flugbeförderung ein gesetzliches Kündigungsrecht, so die Richter weiter. Geklagt hatte der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) gegen Air Berlin, das in seinen Vertragsklauseln eine pauschale Bearbeitungsgebühr von 25 Euro vorsah.

Fluggesellschaften dürfen nicht nur keine Bearbeitungsgebühr bei Stornierungen verlangen. Sie müssen vielmehr einen Großteil des Ticketpreises zurückerstatten, wenn sie ihren Kunden nach einer Stornierung nicht ersparte Aufwendungen und Weiterverkaufserlöse nachvollziehbar offenlegen. Gängige Praxis der Fluglinien ist es jedoch, lediglich Steuern und Gebühren zurückzuerstatten. Es gilt übrigens die gesetzliche Verjährungsfrist von drei Jahren. Sie können also noch den Ticketpreis für Flüge zurückverlangen, die 2012 storniert beziehungsweise nicht angetreten wurden.

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