Die Spuckbeutel der Airlines

Gar nicht übel

BizTravel

Für die einen sind sie Gebrauchsgegenstand, für die anderen Sammelobjekt. Fest steht nur: Ohne Kotztüte geht kein Flugzeug in die Luft.

Dass Reisende aufgefordert wurden, ihren eigenen Kotzbeutel mitzubringen, ist nicht bekannt. Bevorzugen manche Linien ein eher schlichtes Aussehen, lassen andere den Speibeuteln ein originelles Design angedeihen. Aufmunternde Sprüche wie bei HLX gehören ebenso dazu wie sich übergebende Elche. Bei Vielreisenden sind die Beutel längst zum Sammelobjekt geworden. Unser Tipp: Lassen Sie sich von „Ihren“ Reisenden doch Tüten als Souvenir mitbringen – aber neu. Gebraucht verlieren sie enorm an Wert.

Drei Fragen in einem Schwall

1. Wer hat die Kotztüte erfunden?Laut Tütologe Gerd Otto-Rieke gilt Roms Feldherr Lucullus (um 100 vor Christus) als Innovator. Der Vielfraß gab die von ihm genossenen Köstlichkeiten periodisch in Säckchen von sich, um seine Weste rein zu halten.

2. Wann flog die erste Kotztüte?Der Überlieferung nach feierte die Spucktüte um 1925 bei einem sehr stürmischen Flug von Moskau nach Berlin Premiere.

3. Was passiert mit vollen Beuteln?Unterschiedlich. Bei Somali Airlines müssen Passagiere den Spuckbeutel auf den Kabinenboden stellen, bei British Airways direkt der Stewardess in die Hand drücken. Lufthansa hat auf ihren ersten Kotztüten noch gewarnt: „Nach Gebrauch nicht aus dem Flugzeug werfen.“

Warum uns schlecht wird

Schwindel, Übelkeit, Erbrechen sind Symptome der Reisekrankheit, auch Kinetose genannt. Sie tritt in Reisebussen, Autos, Zügen mit Neigetechnik und Flugzeugen auf – vor allem, wenn Letztere in Turbulenzen geraten.

Als Ursache der Reisekrankheit gilt, dass die über den Gleichgewichtssinn im Innenohr wahrgenommenen Bewegungen in Konflikt stehen mit den Eindrücken, die die Augen vermitteln. Besonders übel ist es, wenn man sich auf ein Objekt konzentriert, das sich mit dem Verkehrsmittel bewegt – etwa auf ein Buch.

Vorbeugen können Arzneien wie Dimenhydrinat (Reisekaugummis) oder transdermale Pflaster mit Scopolamin. Und wenn alles nichts hilft, gibt es immer noch den Spuckbeutel.

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