Business-Knigge

Korrektes Benehmen im Flugzeug

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Von A wie Armlehne bis S wie Stinkefuß: Im Flugzeug ist man mit vielen anderen Passagieren auf engstem Raum für einige Stunden zusammen. Hier sind gute Manieren gefragt.

Das Armlehnen-Dilemma

Eines der schwierigsten Themen gleich zu Beginn. Teilen funktioniert leider nicht – dazu ist die Lehne viel zu schmal. Bei Dreiersitzen ist die Sache klar: Wer in der Mitte sitzt, dem stehen beide Lehnen zu. Denn ein Anlehnen ans Fenster ist für ihn ebenso unmöglich wie ein Ausweichen auf den Gang. Und bei Zweiersitzen hilft nur, den anderen freundlich anzusprechen, wenn er den gesamten Flug über die Lehne blockiert.

Diese Passagiere nerven Stewardessen

Fingerschnipper: Durch Schnippen gerufen zu werden, das finden Flugbegleiter am nervigsten. Hektiker: Sofort nach der Landung aufstehen, selbst wenn das Anschnallzeichen noch leuchtet – ein Unding. Gepäckfachstopfer: Irgendwie muss die Tasche doch noch ins Fach passen – auch wenn sie alles andere dabei zerquetscht und zerknittert! Meckerer: Sie beschweren sich über alles – in erster Linie über zu wenig Platz in den Gepäckfächern. Ignoranten: Sie quatschen während der Sicherheitsvorführung munter weiter.

Immer der Reihe nach

Um das Einsteigen zu vereinfachen, rufen manche Airlines neuerdings zuerst die hinteren Sitzreihen auf. Immer wieder mischen sich Passagiere dazwischen, die weiter vorn sitzen und dann in der Maschine den Verkehr aufhalten – weil sie ihr Gepäck nach oben hieven müssen. Unnötig: Das Flugzeug startet erst, wenn definitiv alle Gäste an Bord sind. Und auch sonst gilt: Merken Sie, dass sich ein Stau hinter Ihnen bildet, lassen Sie die Menschen ruhig zunächst vorbei.

Sitzlehne im Gesicht

Es gibt Dinge, die macht Ryanair einfach besser als die anderen: Bei dem irischen Billigflieger lassen sich die Sitzlehnen nicht nach hinten kippen. Nicht selten nämlich muss der Hintermann sonst schnell seinen Kaffee retten, hat die Zeitung im Gesicht oder den Laptop im Magen. Natürlich spricht nichts dagegen, gerade bei Fernflügen die Neigungsfunktion zu nutzen – aber ein kurzer Blick nach hinten, ob dem Passagier trotzdem genügend Platz bleibt, sollte drin sein. Und vielleicht muss der Sitz auch nicht unbedingt komplett gekippt sein.

Mit freundlichen Grüssen

Nein, niemand muss sich mit seinem Sitznachbarn während des Flugs unterhalten. Aber ein freundlicher Gruß beim Hinsetzen ist angebracht – auch wenn es sich um einen Stoffel neben Ihnen handelt. Und wer dennoch miteinander reden will, sollte dies in gedämpfter Lautstärke tun (vor allem bei Nachtflügen).

Aufstehen will gelernt sein

Jedem gehört seine Lehne – mehr aber auch nicht. Wer sich beim Aufstehen am Vordersitz hochzieht, dringt nicht nur in die „Komfortzone“ seines Vordermannes ein, sondern zieht womöglich auch noch an dessen Haaren. Kein Problem ist es hingegen, den Sitznachbarn zu bitten, dass er aufsteht, wenn man zur Toilette oder an die Tasche muss. Aber einmal pro Flug sollte genug sein. Besser, man überlegt sich vorher, welche Gegenstände aus der Tasche man benötigt. Für ein dringendes Bedürfnis dürfen Sie Ihren Nachbarn aber auch wecken – schließlich kann Depardieu kein Vorbild sein.

Düfte und Geräusche

Manchmal muss man hetzen – und dann schwitzt man eben ein wenig. Doch „frischer“ Schweiß stinkt in der Regel nicht. Aber übel duftende Klamotten und Körperteile werden nicht besser, wenn man sie im Duty-free-Shop mit Parfüm überschüttet. Stecken Sie zur Not ein Wechsel-T-Shirt in Ihr Handgepäck. Und wer weiß, dass er Stinkefüße hat, sollte seine Schuhe anbehalten. Thema Geräusche: Versuchen Sie es bei schnarchenden Nachbarn erst einmal mit einem leichten Anstupsen. Wird weiter gesägt, geht am Wecken kein Weg vorbei – durch Sie oder durch die Stewardess.

Eine Nummer kleiner

Das Gepäck, das manche Passagiere mit an Bord nehmen, scheint immer größer und sperriger zu werden. Das erspart nach der Landung zwar das Warten auf den eingecheckten Koffer, es blockiert aber auch sehr viel Platz in der Ablage, quetscht andere Taschen, zerknittert Jacken und lässt manchen Gast beim Reinhieven um seinen Kopf fürchten.

Macht übers Rollo

Der eine will lesen, der andere schlafen – die Macht über das Rollo hat aber nur der, der am Fenster sitzt. Dabei sind die Regeln in dieser Frage klar: Ist an Bord das Licht aus, bleibt das Rollo unten; Leselicht ist natürlich immer erlaubt. Herrscht in der Kabine hingegen normales Licht, sollte das Rollo offen stehen – außer, wenn es Ihre Sitznachbarn nicht stört, dass es weiterhin das Fenster verdeckt.

Applaus, Applaus!

Es ist selten geworden, doch hin und wieder hat man es noch: Nach der Landung bricht Applaus aus. Soll man klatschen – oder soll man es lassen? Klare Antwort: Man darf! Auch wenn sich manche Vielflieger darüber amüsieren oder die Augen verdrehen. „Was wollen sie damit bezwecken? Zeigen, dass sie cooler sind als andere?“, heißt es dazu auf der Knigge-Seite: „Eine sanfte Landung ist nach wie vor eine respektable Leistung.“ Also: Klatschen Sie, wenn Sie wollen. Vor allem aber lassen Sie klatschen.

Jeder kommt hier raus

Kaum ist die Maschine am Boden, klicken schon die erste Gurte, und die Passagiere werden unruhig. Besser ist es, nach dem Andocken an den Fangarm nicht direkt aufzuspringen, sondern noch einen Moment sitzen zu bleiben. So vermeiden Sie Rangeleien, geraten nicht in Streit mit den Unverbesserlichen, die eiligst die Maschine verlassen wollen. Und eines ist sowieso sicher: Jeder kommt garantiert aus dem Flugzeug raus, egal, wann er aussteigt.

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