Auslandsreisen

Diese Verpflegungspauschalen gelten 2020

Die Spesensätze für Auslandsreisen unterscheiden sich gewaltig: von 20 Euro (Serbien) bis 80 Euro (Norwegen).
Pixabay/Jarmoluk
Die Spesensätze für Auslandsreisen unterscheiden sich gewaltig: von 20 Euro (Serbien) bis 80 Euro (Norwegen).

Das Finanzministerium veröffentlicht die neuen Sätze für den Verpflegungsmehraufwand bei Geschäftsreisen ins Ausland für 2020. Für  41 Länder und Städte gibt es Veränderungen. Betroffen sind etwa Japan, Kroatien, die baltischen Staaten, die Niederlande, die Türkei und die Vereinigten Arabischen Emirate.

Grundsätzlich gilt: Für Geschäftsreisen ins Ausland ist abhängig vom bereisten Land eine andere Verpflegungspauschale anzusetzen als bei Dienstfahrten im Inland. Das Bundesfinanzministerium passt die Pauschbeträge für Auslandsfahrten jedes Jahr an. Für 2020 gelten dabei in 41 Ländern oder Städten neue Spesensätze.

Veränderte Spesen für 41 Länder

Die Tabelle des Bundesministeriums der Finanzen umfasst insgesamt 180 Länder. Diese sind in der Liste mit den künftigen Pauschbeträgen für Verpflegungsmehraufwendungen und Übernachtungen bei geschäftlich veranlassten Auslandsreisen dargestellt. Bei der Mehrheit der neubewerteten Länder setzt der Fiskus für 2020 den absetzbaren Verpflegungsmehraufwand herauf.
Alle 180 Sätze auf einen Blick
Hier gelangen Sie direkt zur Auflistung der Spesensätze.

Für 2020 gelten geänderte Spesen für Verpflegungsmehraufwendungen für diese Länder und Landesteile: Äthiopien, Angola, Argentinien, Armenien, Bangladesch, Benin, Bosnien und Herzegowina, Brunei, Burkina Faso, Estland, Gabun, Indien (nur Bangalore), Indonesien, Israel, Japan (außer Tokio), Kolumbien, DR Kongo, Nordkorea, Kroatien, Lettland, Litauen, Mali, Malta, Mexiko, Namibia, Niederlande, Nigeria, Pakistan (gesamt und speziell Islamabad), Peru, Sudan, Taiwan, Togo, Türkei (gesamt sowie speziell Istanbul und Izmir), Uganda, Ukraine, Uruguay, Venezuela, Vereinigte Arabische Emirate.

Was bei den Pauschalen zu beachten ist

Welche Sätze jeweils angewendet werden, ergibt sich nach den folgenden Regeln: Handelt es sich um reine An- oder Rückreisen ohne Tätigwerden gilt bestimmt sich der Pauschbetrag jeweils nach dem Ort, den der Geschäftsreisende vor 24 Uhr Ortszeit erreicht hat.

Wurde der Dienstreisende hingegen tätig, wird bei An- und Abreise in der Spesenabrechnung der Betrag des jeweils letzten Tätigkeitsortes eingesetzt.

Für ganze Tätigkeitstage, die nicht auf einen Anreise- oder Abreisetag fallen und die der Arbeitnehmer vor 24 Uhr Ortszeit erreicht, sind die in der Tabelle genannten Summen dieses Ortes maßgebend.

Kommt ein Reisender von einer mehrtägigen Auslandsreise zurück und begibt sich am selben Tag zu einer weiteren eintägigen oder mehrtägigen Auswärtstätigkeit, so ist für diesen Tag die höhere Verpflegungspauschale zu berücksichtigen.

Beispiel für die Reisekosten-Abrechnung

Das folgende Beispiel stammt aus dem Schreiben des Bundesfinanzministeriums vom 15. November 2019: Der Ingenieur I. kehrt am Dienstag von einer mehrtägigen Auswärtstätigkeit in Straßburg (Frankreich) zu seiner Wohnung zurück. Nachdem er Unterlagen und neue Kleidung eingepackt hat, reist er zu einer weiteren mehrtägigen Auswärtstätigkeit nach Kopenhagen (Dänemark) weiter. I. erreicht Kopenhagen um 23 Uhr. Die Übernachtungen jeweils mit Frühstück wurden vom Arbeitgeber im Voraus gebucht und bezahlt.

Wie rechnet I. nun seine Reisekosten ab?

Für Dienstag ist nur die höhere Verpflegungspauschale von 39 Euro (Rückreisetag von Straßburg: 34 Euro, Anreisetag nach Kopenhagen 39 Euro) anzusetzen. Aufgrund der Gestellung des Frühstücks im Rahmen der Übernachtung in Straßburg ist die Verpflegungspauschale um 11,60 Euro (20 Prozent der Verpflegungspauschale Kopenhagen für einen vollen Kalendertag: 58 Euro) auf 27,40 Euro zu kürzen.

Reisekosten-Abrechnung und Steuererklärung

Für alle Länder, die nicht in der Spesentabelle des Bundesfinanzministeriums genannt sind, gilt der für Luxemburg maßgebliche Pauschbetrag. Für nicht erfasste Überseegebiete und Kolonien wird die Summe eingesetzt, die für das Mutterland angegeben ist.

Die festgesetzten Beträge für die Philippinen gelten auch für Mikronesien, die Beträge für Trinidad und Tobago gelten auch für die zu dessen Amtsbezirk gehörenden Staaten Antigua und Barbuda, Dominica, Grenada, Guyana, St. Kitts und Nevis St. Lucia, St. Vincent und Grenadinen sowie Suriname.

Grundsätzlich ist zu beachten: Arbeitnehmer machen die Verpflegungsmehraufwendungen in aller Regel in ihrer Reisekostenabrechnung geltend und erhalten sie vom Arbeitgeber erstattet. Ist dies nicht möglich, können sie die Reisekosten über ihre Steuererklärung abrechnen. Beides geht natürlich nicht. Wer Übernachtungskosten in seiner Steuererklärung eintragen will, benötigt allerdings anders als bei den Verpflegungspauschalen konkrete Einzelnachweise.

Serbien am günstigsten, Norwegen am teuersten

Zum Schluss noch ein weiterer Hinweis: Unternehmen, die Spesen sparen wollen, sollten ihre Mitarbeiter nach Serbien und Weißrussland schicken. Hier sind die Pauschbeträge weltweit am niedrigsten: Reisende dürfen lediglich 20 Euro für den vollen Tag und 13 Euro für die Abwesenheit ab 8 Stunden ansetzen. Im vergangenen Jahr war noch Bosnien am günstigsten. Nun wurden die Sätze für das Land vergleichsweise happig von 18 auf 23 Euro heraufgesetzt.

Aus kostentechnischer Sicht meiden sollte man hingegen Norwegen: Es hat den Aufstieg zum teuersten Land der Welt geschafft: In Norwegen dürfen Arbeitnehmer für den vollen Tag 80 Euro und für die Abwesenheit ab 8 Stunden 53 Euro geltend machen. Beim zweitplatzierten Hongkong sind es immer noch 74 und 49 Euro.

Übernachtungen sind am teuersten in San Francisco mit 314 Euro, gefolgt von Dschibuti mit 305 Euro und in Angola mit 299 Euro.
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