Zu "unethisch"

Travel Manager üben Selbstkritik an Reiseprogrammen

Noch gibt es bei den Travel-Management-Programmen viel Nachholbedarf in puncto CO2-Ausstoß.
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Noch gibt es bei den Travel-Management-Programmen viel Nachholbedarf in puncto CO2-Ausstoß.

61 Prozent aller Unternehmen, die geschäftlich unterwegs sind, beurteilen ihr eigenes Travel Management derzeit noch als "zu wenig umweltbewusst". Die Mehrheit will es daher ändern.

Das ergab eine Umfrage der Business Travel Show (BTS). Von den 61 Prozent, die mit der Ethik des Travel Managements nicht zufrieden sind, sagen 28 Prozent, dass sie die Einführung eines umwelt- und sozialbewussten Programms planen. Etwa 25 Prozent können dies aus Kostengründen nicht durchsetzen. Und nur 8 Prozent haben von sich aus nicht die Absicht, den Status quo zu ändrn.

Von den 39 Prozent, die ihre Programme als ethisch bewusst ansehen, schränkt ein Fünftel Reisen ein, die nicht unbedingt notwendig sind, und weitere 21 Prozent wechseln vom Flugzeug auf die Bahn. 29 Prozent glauben, dass Flugmeilen verboten werden sollten, um unnötige Flugreisen zu fördern.

Allerdings kompensieren derzeit nur 17 Prozent die luftfahrtbedingten CO2-Ausstöße. 26 Prozent wollen dies demnächst tun. 27 Prozent geben Informationen über Kohlenstoffemissionen an Reisende weiter. Fluggesellschaften wie Lufthansa sagen, dass in der Realität derzeit sogar nur 1 bis 2 Prozent kompensieren.

Fast 40 Prozent der Travel Manager sagten überdies, dass der Anstoss zu nachhaltigeren Reisen in der Regel von den Geschäftsreisenden selbst komme. Etwa 24 Prozent erhalten den Auftrag, CO2 zu sparen, von ihrer Einkaufsabteilung. Nur 10 Prozent erhalten den Anstoss aus der Nachhaltigkeitsabteilung – was aber vor allem daran liegen wird, dass nur wenige Unternehmen über eine solche Abteiliung verfügen.

Peter Frankental, der Direktor des britischen Wirtschaftsprogramms von Amnesty International, der auf der Business Travel Show (BTS) in London spricht, kommentierte dies: "Die Umfrage liefert einen weiteren Beweis dafür, dass zu viele Unternehmen den Kopf in den Sand stecken, wenn es darum geht, ihren Kohlenstoff-Fußabdruck zu reduzieren. Angesichts dessen, was wir über den Klimawandel wissen, gibt es für kein Unternehmen eine Entschuldigung dafür, die Auswirkungen seiner Reisearrangements zu ignorieren". 

Die folgende Konferenzsitzung findet auf der Business Travel Show statt:

Dienstag, 25. Februar, 13.50-15.00 Uhr: Ist es Zeit, ein ethisches Reiseprogramm einzuführen?


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