VDR-Umfrage

Mehr Firmen heben Reise- und Tagungsverbote auf

Inzwischen erlauben viele Firmen Geschäftsreisen wieder – aber nun in begründeten Ausnahmefällen.
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Inzwischen erlauben viele Firmen Geschäftsreisen wieder – aber nun in begründeten Ausnahmefällen.

Die Stimmung in der Wirtschaft heitert sich wieder auf: Das zeigen die Ergebnisse der neuesten VDR-Mitgliederbefragung. Zumindest in Ausnahmefällen sind Geschäftsreisen immer häufiger wieder erlaubt.

Alle 14 Tage fragt der Verband Deutsches Reisemanagement (VDR) die Stimmung in der deutschen Geschäftsreisebranche ab. Bei der neuesten und nunmehr vierten Erhebung (30. April 2020) ergibt sich ein im Vergleich zu den Vorwochen deutlich besseres Bild.

Demnach sinkt die Zahl der Unternehmen, die Geschäftsreisen grundsätzlich verbieten. Nur noch 21 Prozent haben ein solches Verbot ausgesprochen – Ende März waren es 42 Prozent, also doppelt so viele. Stattdessen erlauben inzwischen 74 Prozent der Firmen das berufliche Unterwegssein wieder. Dies gilt bislang aber nur in "begründeten Ausnahmefällen". Ende März waren dies nur 52 Prozent gewesen. Als Ausnahmefälle wurden laut VDR zum Beispiel angegeben:
  •     Außendiensttechniker im Notfall-Kundenkontakt
  •     Ziel muss innerhalb Deutschlands mit dem PKW erreichbar sein
  •     Geschäftskritische Termine
  •     Nur Termine der Geschäftsleitung
  •     Baustellenüberwachung
Eine ähnlich positive Entwicklung ist dem Barometer zufolge im MICE-Bereich festzustellen. Ein grundsätzliches Verbot der Teilnahme an Tagungen sprechen derzeit nur noch 37 Prozent der Betriebe aus. Ende März galt ein solches noch bei 85 Prozent. Fast 46 Prozent hingegen erlauben es ihren Beschäftigten wieder, zu Meetings zu fahren. Allerdings gilt auch hier das Kriterium der begründeten Ausnahme.

Gestiegen ist hingegen die Zahl der Firmen, die Kurzarbeit ausgesprochen haben: von 11 Prozent (Ende März) auf inzwischen 39 Prozent. Die große Mehrheit von 60 Prozent kommt weiterhin ohne dieses Mittel des Arbeitsmarktes aus.

Optimistisch zeigen sich die Unternehmen auch hinsichtlich ihrer Zukunft. Fast 96 Prozent gehen davon aus, dass ihre Firmen die Corona-Auswirkungen gut meistern werden. 39 Prozent halten dies sogar für "sehr wahrscheinlich". Nur noch 4 Prozent sehen eher schwarz.

Geschäftsreisen strenger prüfen

Und 88 Prozent rechnen damit, dass die Zahl der Geschäftsreisen mittelfristig wieder steigen wird. Hier gab es allerdings eine Verschiebung von der Antwort "Das ist sehr wahrscheinlich" (29 Prozent) zur Antwort "Das ist eher wahrscheinlich" (59 Prozent). Ende März hielten sich die beiden Optionen mit jeweils etwa 44 Prozent noch die Waage.

Gewachsen ist die Zahl derjenigen, die die Notwendigkeit einer Geschäftsreise in Zukunft strenger prüfen wollen als noch vor Corona-Zeiten. Dieser Wert wuchs auf 90 Prozent. Ende März hatte er noch bei knapp 63 Prozent gelegen.







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