VDR-Tagung

"Verkehrssituation in Deutschland ist dramatisch"

(Noch)-VDR-Präsident Dirk Gerdom bei seiner Begrüßung in Berlin.
Oliver Graue, Oliver Graue
(Noch)-VDR-Präsident Dirk Gerdom bei seiner Begrüßung in Berlin.

Mit deutlicher Kritik an der Verkehrssituation in Deutschland eröffnete Dirk Gerdom seine letzte VDR-Tagung in seiner Position als Verbandspräsident. Am heutigen Mittwoch stehen noch Wahlen an.

Viel zu lange Wartezeiten an den Sicherheitskontrollen der Flughäfen, notorisch verspätete Bahnen und immer neue Stau-Rekorde auf den Autobahnen: Die derzeitige Verkehrssituation in Deutschland sei unbefriedigend und ein Hemmnis auch für den Geschäftsreiseverkehr. In seiner Begrüßungsrede bei der VDR-Frühjahrstagung in Berlin forderte Noch-Verbandspräsident Dirk Gerdom, an den deutschen Airports ein einheitliches Kontrollsystem einzuführen, das von einem einheitlichen Dienstleister gesteuert wird. "Den momentan herrschenden Flickenteppich müssen wir abschaffen", verlangte er: "Die Wartezeit an den Flughäfen darf höchstens 15 Minuten dauern."

Aber auch die Bahn müsse pünktlicher und service-orientierter werden. Den Vorschlag von Verkehrsminister Andreas Scheuer, Bahnfahrscheine durch eine niedrigere Mehrwertsteuer zu vergünstigen, lehne der VDR ab: Wichtiger als der Preis seien für Unternehmen Kriterien wie Pünktlichkeit und Verlässlichkeit.

Ein effektives Baustellenmanagement schließlich müsse für die deutschen Autobahnen her, wo sich die Autos inzwischen "dramatisch stauen". Fracht wiederum gehöre auf die Schiene und nicht auf die Straße, so Gerdom.

Dass Deutschland in seiner Verkehrsinfrastruktur alle Kapazitätsgrenzen erreicht habe, räumte auch Steffen Bilger, parlamentarischer Staatssekretär im Verkehrsministerium in seiner anschließenden Rede ein. Nun aber habe der Bund das nötige Geld, um Abhilfe zu schaffen. Insgesamt 14,6 Mrd. Euro würden in diesem Jahr in die Verbesserung der Mobilität investiert, 500 Mio. mehr als 2018. Der größte Batzen davon stamme aus den LKW-Mauteinnahmen.

Zudem erarbeite die "Nationale Plattform Zukunft der Mobilität" Pläne, wie sich die Verkehrslage in Deutschland verbessern lasse. Mehr Kräfte für die Sicherheitskontrollen an den Flughäfen gehörten ebenso dazu wie der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs. Auch müsse die Zahl der Bahnfahrer bis 2030 verdoppelt werden.

Heute steht bei der VDR-Jahreshauptversammlung die Wahl des neuen Präsidiums an. Dirk Gerdom kandidiert nicht mehr. Als Präsident und Vize-Präsidentin bewerben sich Christoph Carnier (Merck) und Inge Pirner (Datev), fürs Präsidium kandidieren auch Heiko Luft (EnBW) und Oliver Meinicke (Giesecke & Devrient). Eine Reihe von Kandidaten kämpft um zwei frei werdende Plätze für Leistungsanbieter.





1 Kommentar
  1. Peter W. Moritz
    Erstellt 8. Mai 2019 11:26 | Permanent-Link

    Noch einer mehr !
    Herr Gerdom reiht sich nahtlos in die Reihe von Hunderten von Pseudoexperten eijn, die dieses Thema seit Jahren erfolglos strapazieren (angeführt von einem großmäuligen Verkehrsminister, der dieses Amt genauso wenig verdient wie seine Vorgänger).
    Aber wann werden diesen abgedroschenen „Heiße-Luft-Reden“ endlich Taten und zielgerichtete Maßnahmen folgen ? Am Geld kann es nicht liegen, wie Herr Bilger sagte.

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