Vor Bundestagsausschuss

VDR fordert digitale Meldescheine

Nicht erst an der Rezeption, sondern bereits im Internet sollen laut VDR Reisende ihren Meldeschein ausfüllen können.
GettyImages
Nicht erst an der Rezeption, sondern bereits im Internet sollen laut VDR Reisende ihren Meldeschein ausfüllen können.

Bei einem Auftritt vor dem Tourismusausschuss des Bundestages verlangte der VDR zudem die nahtlose Mobilität: ein einziges Ticket für alle Verkehrsmittel. Das derzeitige Verkehrschaos behindere die Reisebranche.

"Eine moderne Verkehrswende, die nachhaltigen, digitalen und bedarfsgerechten Anforderungen entspricht, ist nicht nur für Geschäfts- und Tourismusreisen von großer Bedeutung, es ist auch ein Gebot der Stunde. Ein attraktives Reiseland und bedeutender Wirtschaftsstandort wie Deutschland braucht eine vernetzte, leistungsfähige und zuverlässig funktionierende Verkehrsinfrastruktur – auf der Schiene, der Straße und in der Luft." Mit diesen Worten wandte sich der VDR jetzt an die Mitglieder des Tourismusausschusses des Deutschen Bundestags.

Der neue VDR-Präsident Christoph Carnier, Hauptgeschäftsführer Hans-Ingo Biehl und Hauptstadt-Repräsentant Hubert Koch betonten die Wichtigkeit einer verlässlichen Mobilität in Deutschland für die Geschäftsreise-Branche und forderten einen Ausbau der Digitalisierung.

Die Probleme der vergangenen Monate im deutschen Luftverkehr wie lange Wartezeiten an den Sicherheitskontrollen, Flugverspätungen und Flugausfälle hätten dazu geführt, dass Geschäftstermine nicht oder nur verspätet hätten wahrgenommen werden können. Auch touristisch habe Deutschland wegen der Ausfälle und Verspätungen gelitten.

Moderne Verkehrskonzepte hingegen müssten die  Möglichkeit eines nahtlosen Wechsels zwischen den Verkehrsträgern bieten. Auch müsse die Regierung den Einsatz neuer Mobilitätslösungen und -plattformen fördern. Die nahtlose ökonomische Nutzung verschiedener Verkehrsträger sei zu sehr eingeschränkt durch unterschiedliche Auswahl-, Buchungs-, Bezahl- und Ticketprozesse. "Wir müssen die Einzelinteressen von Verkehrsverbünden und Anbietern im Schienenverkehr und in der Luft überwinden und einheitliche Buchungs-, Bezahl- und Ticketprozesse implementieren. Ziel muss es sein, ein Ticket für alle Verkehrsmittel nutzen zu können", sagte Carnier.  

Nötig seien zudem digitale Buchungs- und  Abrechnungsprozesse sowie Echtzeit-Verfügbarkeiten von Beförderungs- und Hotelangeboten. "Wir fordern schon lange, die Chancen der Digitalisierung auch zum Bürokratieabbau zu nutzen: Eine digital transformierte Wirtschaft braucht eine passende Administrative", so Carnier. "Hierzu gehören die Einführung eines digitalen Meldescheins, neue gesetzliche Regelungen zur digitalen Belegführung und ein einheitlicher Mehrwertsteuersatz in der Hotellerie – ohne Kostennachteile für vorsteuerabzugsberechtigte Unternehmen."

Der VDR-Präsident forderte vor dem Ausschuss zudem, die A1-Bescheinigung für Dienstreisen ins EU-Ausland abzuschaffen. Die EU-Entsende-Richtlinien stellten Unternehmen vor immense organisatorische Probleme und verursachten zum Teil hohe Kosten. Die aktuell nicht eindeutige Position des Europäischen Rates bezüglich einer möglichen Abschaffung verunsichere die Unternehmen zusätzlich.
Kommentare

Ihre E-Mail wird weder veröffentlicht noch weitergegeben. Notwendige Felder haben einen *

Spielregeln

Fachmedien und Mittelstand Digital Logo
Nutzungsbasierte Onlinewerbung
stats