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Brexit wirkt sich negativ auf Geschäftsreisen aus

Zum Fuße vom Big Ben im Houses of Parliament steht nun der Gesetzesentwurf zum Brexit auf der Tagesordnung.
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Zum Fuße vom Big Ben im Houses of Parliament steht nun der Gesetzesentwurf zum Brexit auf der Tagesordnung.

Demnach rechnet rund ein Drittel der Befragten nach dem EU-Austritt des Vereinigten Königreichs mit einem Rückgang der Geschäftsreisen auf die Insel. Weniger als die Hälfte der Travel Manager geht davon aus, dass die Zahl der Reisen auf dem derzeitigen Niveau verbleiben wird. Weitere 22 Prozent der Unternehmen mit Geschäftsreisen nach Großbritannien wissen die Folgen des Brexits derzeit noch nicht einzuschätzen.

„Die Zahlen verdeutlichen, dass der Austritt Großbritanniens aus der EU auch am Geschäftsreisemarkt nicht spurlos vorbeigehen wird", sagt VDR-Präsidiumsmitglied Christoph Carnier. "Unternehmen mit engen Geschäftsbeziehungen zum Vereinigten Königreich sollten angesichts des drohenden harten Brexit in jedem Fall auch das Travel Management in ihre Vorbereitungen einbeziehen, insbesondere wenn es um Datenschutz und Visafreiheit für EU-Bürger geht."

Die derzeit größten bürokratischen Hürden im Travel Management sind für mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen die Meldepflicht von Geschäftsreisenden in das EU- und EFTA-Ausland sowie der zu erbringende Nachweis der deutschen Sozialversicherung (A1-Bescheinigung). "Die verschärften EU-Entsenderichtlinien stellen Unternehmen vor immense organisatorische Probleme und bedeuten insbesondere für den breit aufgestellten deutschen Mittelstand einen oftmals nicht zu stemmenden Zusatzaufwand. Wir benötigen hier dringend Vereinfachungen", so Carnier.

Die Zuständigkeiten für Einhaltung der EU-Richtlinien sind in Unternehmen unterschiedlich verteilt. In rund 40 Prozent der befragten Firmen ist es unter anderem die Personalabteilung, bei rund einem Fünftel sind die Reisenden selbst verantwortlich. Weitere 23 Prozent gaben an, die Zuständigkeit noch nicht abschließend geklärt zu haben. Das Travel Management kann bei diesem Thema nur selten federführend sein, was Carnier begrüßt: „Sozialversicherungsrechtliche Aspekte des Personalwesens sollten auch dort von den entsprechenden Experten bearbeitet werden, um Fehler zu vermeiden.“

Die Reisebuchung erfolgt in 60 Prozent der befragten Großunternehmen inzwischen komplett digital. Bei der Reiseplanung und -genehmigung sowie der Reisekostenabrechnung ist in vielen Unternehmen noch deutlich mehr Papier im Einsatz. Eine geringe Anzahl der befragten Firmen arbeitet sogar noch immer vollständig papierbasiert. „Viele externe Geschäftsreiseprozesse wie etwa die Meldepflicht für Hotelgäste könnten digitalisiert und damit entbürokratisiert werden", sagt Carnier. "Der VDR begrüßt zudem die Anhebung der umsatzsteuerlichen Wertgrenze für Kleinbetragsrechnungen." 37 Prozent der Großunternehmen machen von der Möglichkeit Gebrauch, Rechnungen bis zu einem Betrag von 250 Euro nach vereinfachten Vorschriften zu verbuchen.
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