Urteil

Ehepartner lässt sich bei Bleisure absetzen

Das funktioniert aber nur, wenn der Partner nicht allein aus privaten Gründen dabei ist. Er muss nachweislich zum Geschäftserfolg beitragen.

Nimmt man Ehefrau oder Ehemann mit auf eine Geschäftsreise, kann man die Kosten für den Partner bei der Steuer angeben. Möglich macht dies ein laufendes Beschwerdeverfahren beim Bundesfinanzhof, wie Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler erklärt. "Dabei sollte aber dokumentiert sein, dass die Begleitung durch den Gatten oder die Gattin nicht allein privater Natur war", rät sie.
   
Geklagt hatte ein Steuerberater, der an Konferenzen in Delhi, Barcelona und Prag teilnahm. Er nahm seine Frau mit auf Reisen, danach machten die beiden noch Urlaub vor Ort (Bleisure). Der Kläger wollte sämtliche Kosten als Betriebsausgaben absetzen. Das Finanzamt lehnte ab.
  
Das Finanzgericht Münster wies die Klage des Mannes gegen das Finanzamt zurück. Leidglich "Kontaktpflege", wie sie der Steuerberater für seine Frau geltend machte, sei keine wirkliche berufliche Unterstützung. (Az.: 2 K 2355/18 E). Nun soll der Bundesfinanzhof entscheiden.

Wichtig schon jetzt: Im Umkehrfall dürfte gelten, dass die Kosten für den Ehepartner dann steuerlich abgesetzt werden dürfen, wenn dieser signifikant beruflich unterstützt hat, ohne ihn der Geschäftserfolg also nicht möglich gewesen wäre. Im Fall des klagendes Mannes hätte seine Frau dazu vermutlich mindestens an den Konferenzen teilnehmen müssen. Das Urteil des BFH steht noch aus.
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