Umfrage

Geschäftsreisende meist ohne A1 unterwegs

Ob per Auto, Bahn oder im Flugzeug: Geschäftsreisende innerhalb der EFTA benötigen eine A1-Bescheinigung.
-
Ob per Auto, Bahn oder im Flugzeug: Geschäftsreisende innerhalb der EFTA benötigen eine A1-Bescheinigung.

Nur eine Minderheit der Geschäftsreisen besorgt für ihre Trips die vorgeschriebene A1-Bescheinigung. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage von Airplus.

Wer innerhalb der Europäischen Union eine Dienstreise unternimmt, muss einen Nachweis der Sozialversicherung bei sich führen. Das Prozedere ist nicht nur lästig, sondern auch teuer: Jede Bescheinigung kostet Unternehmen schätzungsweise 70 Euro.



In der Realität halten sich jedoch die wenigsten an diese EU-Regelung: Laut einer Airplus-Umfrage denken gerade mal 27 Prozent daran, sich einen solchen Nachweis zu besorgen. A1 soll nachweisen, dass der Reisende in seinem Heimatland Sozialversicherungsbeiträge abführt. Die EU will auf diese Weise gegen Sozialdumping vorgehen. Vorgeschrieben ist sie für Reisen in ein ausländisches EU-Land, nach Liechtenstein, Norwegen und Island.

Spannend ist, dass überhaupt nur rund die Hälfte der deutschen Unternehmen wissen, um was sich bei A1 überhaupt handelt. 44 Prozent der Befragten war diese Pflicht unbekannt. Etwa 24 Prozent der Reisenden haben die Bescheinigung manchmal dabei.



„Der Aufwand für die Unternehmen ist enorm", sagt Birgit Hölzel, Deutschland-Chefin von Airplus. "Das trifft sowohl den Geschäftsreisenden selbst, der einen solchen Antrag jeweils vor der Reise stellen muss, als auch das gesamte Handling in den Unternehmen, die den elektronischen Antragsprozess bei der Krankenkasse entsprechend sicherstellen müssen." Das kostet umgerechnet 70 Euro pro Reise.



Wie berichtet, ist A1 aber nicht in Stein gemeißelt: Die EU will die Regelung wieder abschaffen. Ein erster Anlauf vor einigen Monaten scheiterte noch an Gegenstimmen im EU-Rat. Das Thema soll aber im Herbst wieder aufgenommen werden.

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

  1. Bauer-Milburn
    Erstellt 9. August 2019 09:47 | Permanent-Link

    Es sollte wenigstens innerhalb der EU möglich sein, ohne A1 unterwegs zu sein für Leute, die nur zu Meetings oder Seminaren ins Nachbarland reisen. Diese Reisen dauern meistens nur 1 Tag bis max 1 Woche (wenn man das Auslandsbüro der eigenen Firma besucht z.B.).

  2. Bettina Nagler
    Erstellt 12. August 2019 11:42 | Permanent-Link

    Der bürokratische Aufwand für jede Reise eine A1 vorzuweisen ist hoch, zudem die interne Verwaltung in einem TM oder HR.
    Das Unwissen über eine A1 kommt u. a. durch den Fachkräftemangel und schlechter Information auf breiter Ebene zustande.

Fachmedien und Mittelstand Digital Logo
Nutzungsbasierte Onlinewerbung
stats