Trotz Klima-Bewusstsein

Greta-Effekt bei Geschäftsreisen bleibt aus

Travel Manager fühlen sich einer VDR-Umfrage zufolge zwar den Nachhaltigkeitszielen verpflichtet, doch konkrete Klimapolitik findet oft noch keinen Eingang in die Reiserichtlinien.

Travel- und Mobilitätsmanager deutscher Unternehmen beobachten bei vielen Geschäftsreisenden noch keinen „Greta-Effekt“ in Bezug auf deren Reiseverhalten. Das hat eine nicht-repräsentative Mitgliederumfrage des Verbands Deutsches Reisemanagement (VDR) ergeben. Demnach gaben 71 Prozent der Travel Manager an, dass sich die Einstellung der reisenden Mitarbeiter durch die aktuelle Diskussion über Umwelt- und Klimaschutz nicht verändert habe.

Im Gegensatz dazu fühlen sich die Travel Manager den Nachhaltigkeitszielen ihrer Unternehmen aber durchaus verpflichtet. 61 Prozent gaben an, eine Strategie zur Reduzierung von Ressourcenverbrauch und Emissionen mit quantitativen Zielwerten für die nächsten fünf bis zehn Jahre zu haben. Wichtigste Maßnahmen, um die CO2-Bilanz zu verbessern, sind derzeit die Nutzung von Video-/Telefonkonferenztechnik, der Wechsel vom Flugzeug zur Bahn auf innerdeutschen Strecken unter 300 Kilometern sowie die Reduzierung der Anzahl der Geschäftsreisen insgesamt.

In rund zwei Drittel der befragten Unternehmen arbeitet das Travel Management zudem mit dem Nachhaltigkeits-/Umweltmanagement zusammen, sofern in der jeweiligen Firma eine derartige Abteilung existiert. Dennoch sind entsprechende Maßnahmen bislang nur selten verbindlich geregelt: Nur in knapp einem Drittel der Unternehmen beinhaltet die Reiserichtlinie integrale Bestandteile zu Umwelt-, Klimaschutz und Nachhaltigkeit.

Nach Auskunft der Travel Manager verhindern ein zu hoher Aufwand in der Umsetzung, Schwierigkeiten bei der Strategieentwicklung sowie die Höhe der notwendigen Investitionen aktuell ein größeres Engagement beim Umwelt- bzw. Klimaschutz.

„Die Ergebnisse der Umfrage zeigen, dass sich die Geschäftsreise-Verantwortlichen in den Unternehmen ihrer Verantwortung für den Klima- und Umweltschutz bewusst sind", sagte Verbandpräsident Christoph Carnier. "Dennoch sind sich viele Travel Manager noch unsicher, welchen Beitrag sie leisten können. Wichtig ist, dass Einkäufer und Anbieter von Mobilitätsdienstleistungen hierbei Hand in Hand arbeiten. Dazu wollen wir als VDR die Plattform sein.“

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