Tod des Unister-Chefs

Wagner in Venedig offenbar betrogen

Kurz vor dem Absturz über Slowenien soll der Portalgründer Opfer eines Betrugs geworden sein. Indes meldete auch die Unister-Tochter Urlaubstours Insolvenz an.

Thomas Wagner (Fluege.de, Ab-in-den-Urlaub.de) ist vor seinem Tod bei einem Geldgeschäft in Venedig offensichtlich betrogen worden. Das ergaben Recherchen des MDR-Nachrichtenmagazins Exakt. „Wir haben italienische Dokumente gefunden, die besagen, dass Wagner Opfer eines Betrugs geworden ist, bei dem es um extrem hohe Summen ging“, sagte Marino Pangos, Präsident und Sprecher der Kriminalpolizei im slowenischen Nova Gorica, gegenüber dem Magazin.

Medienberichten zufolge soll Wagner einen Koffer mit 1,2 Mio. Euro mit nach Venedig genommen haben. An der Unglücksstelle in Slowenien seien neben den Papieren außerdem 10.000 Schweizer Franken gefunden worden, der Geldkoffer dagegen nicht. Laut MDR sollte er, um ein Kreditgeschäft über mutmaßlich 10 Mio, Euro zustande zu bringen, eine Sicherheit hinterlegen – möglicherweise die 1,2 Mio. Euro. Beim Umtausch des mitgebrachten Geldes in Schweizer Franken sei Wagner dann mutmaßlich Falschgeld untergeschoben worden. Er habe daraufhin Anzeige bei der örtlichen Polizei erstattet.

Leichen bis zur Unkenntlichkeit verbrannt

Von den vier Todesopfern des Flugzeugabsturzes sei bisher noch keines identifiziert worden. „Die Leichen sind bis zur Unkenntlichkeit verbrannt“, so Marino Pangos gegenüber dem MDR. Derzeit sei das forensische Institut in Laibach (Ljubljana) mit DNA-Vergleichen beschäftigt, die Klarheit bringen sollen. Neben Wagner waren Mitgesellschafter Oliver Schilling, Finanzvermittler Heinz Horst Beck und der Piloten an Bord. Auch das Wrack wird untersucht, da immer wieder Spekulationen über Manipulationen an der Maschine auftauchen.

Wie der vorläufige Unister-Insolvenz-Verwalter Lucas Flöther indes mitteilte, meldete nun auch die Urlaubstours GmbH Insolvenz an, ein Tochterunternehmen der Unister Travel Betriebsgesellschaft mbH. Auch hier sei er zum vorläufigen Verwalter bestimmt worden. Einen Grund für den Insolvenz-Antrag nannte er nicht.

Der bisherige Unister-Geschäftsführer Thomas Wagner war wie ausführlich berichtet am Donnerstag zusammen mit drei weiteren Deutschen beim Absturz eines Kleinflugzeugs in Slowenien ums Leben gekommen. Das Leipziger Unternehmen Unister betreibt bekannte Reiseportale wie ab-in-den-urlaub.de und fluege.de und beschäftigt nach eigenen Angaben mehr als 1000 Mitarbeiter. (OG)

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