Sigmar Gabriel

Europa droht Absturz in Bedeutungslosigkeit

Sigmar Gabriel
Maurice Weiss/Ostkreuz
Sigmar Gabriel

In seiner Auftaktrede beim HRS Lodging Forum warnt Sigmar Gabriel vor einen Absturz Europas und Deutschlands in die Bedeutungslosigkeit.

Wir haben es geschafft, dass in Europa innerhalb einer Generation aus Feinden Freunde wurden – dafür lohnt es sich zu kämpfen“, sagt Sigmar Gabriel. Doch ein gestärktes Europa in der Welt ist für den Ex-Bundesaußenminister nicht nur Basis eines friedlichen Miteinanders, es ist pure Notwendigkeit, um in der „neuen Weltordnung“ überhaupt noch eine Rolle zu spielen.

Diese ist für ihn vom Machtkampf zwischen den USA und China geprägt. Beiden gehe es längst nicht mehr um die Stärke des Rechts. Sowohl Trump als auch das chinesische Regime „sehen die Welt als Kampfbahn“ und setzten aufs Recht des Stärkeren. Zugleich befinde sich Europa in einer Identitätskrise – gezeichnet von Brexit, Gelbwesten und Populismus. Damit drohe auch ein massiver wirtschaftlicher Bedeutungsverlust Europas: „Politisch ist Deutschland schon heute nichts Besonderes mehr.“

Und wirtschaftlich fließe alle Macht den fünf US-Megakonzernen wie Google und Amazon zu – während die deutsche Wirtschaft, die statt auf Plattformen auf perfekte Produkte setze, in den Abwärtsstrudel gerate. Und weil digitale Nomaden, wie sie in der neuen Welt arbeiteten, meist nur wenig verdienen und keine Sozialabgaben entrichten, gerate auch unser klassisches Sozialsystem in Existenzgefahr.

Gabriels Fazit: Die derzeitige Lage gleiche der „Windstille im Auge des Orkans“. Europa müsse dringend den Euro zu einer globalen Leitwährung entwickeln sowie deutlich mehr Geld in Verteidigung und Forschung investieren. „Nur wenn die EU gemeinsam auftritt, hat sie die Chance, überhaupt noch von der Welt respektiert zu werden.“

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

  1. Andreas Koch
    Erstellt 6. März 2019 12:13 | Permanent-Link

    Ja lieber Siegmar, in deinen 8 Jahren als SPD-Vorsitzender und 4 Jahren als Wirtschaftsminister hättest du unter anderem viel robuster und konsequenter für den Aufbau europäischer Internet-Plattformen arbeiten können. Okay, das ist Geschichte. Aber die SPD benötigt auch weiterhin Menschen mit deinem Format. Du kannst immer noch mithelfen vieles in die richtige Richtung zu schieben. Wenn du dich konstruktiv einbringst und nicht als Besserwisser aus der Schmollecke agierst. Natürlich geht das nur gemeinsam mit den anderen Genossinnen, Genossen und der Genossin. Wäre schön, wenn sich dein Verhältnis zu Andrea verbessern würde und ihr Beide in einen kooperativeren Modus schalten könntet. Der wäre gut für unser Land, Europa und die Welt!

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