Schreiben an Ministerien

Datenschützer warnt vor WhatsApp

Der Bundesdatenschutz-Beauftragte Ulrich Kelber empfiehlt Behörden dringend, WhatsApp nicht zu nutzen. Datenschutz sei bei dem Tool des US-Konzerns Facebook nicht gewährleistet.

Vor allem Bundesbehörden dürften den zu Facebook gehörenden Messenger WhatsApp nicht zur Kommunikation nutzen, schreibt der Bundesdatenschutz-Beauftrage Ulrich Kelber in einem Brief an alle Bundesministerien und Bundesbehörden, wie das "Handelsblatt" berichtet. Offenbar hatten einige Ämter dieses Verbot nicht befolgt.


Zwar sei die Kommunikation an sich verschlüsselt, die sogenannten Metadaten (Identität der Sender und Empfänger, Uhrzeiten, Smartphones et cetera) ließen sich aber lesen und sammeln. Auch dadurch könne Facebook Rückschlüsse auf bestimmte Bürger und ihr Profil ziehen. WhatsApp selbst bestreitet, die Daten an ihren Mutterkonzern weiterzuleiten. Datenschützer halten diese Auskunft aber nicht für glaubwürdig.

Kelber wies gegenüber der Zeitung darauf hin, dass trotz des Bedürfnisses zu einer erhöhten digitalen Kommunikation der Datenschutz nicht vergessen werden dürfe. Für viele Experten gilt es als fahrlässig, den großen US-Konzernen wie Facebook oder Google derartige Einblicke in Persönlichkeiten oder Firmenstrategien zu gewähren. Kelber kritisierte, dass die deutschen und europäischen Behörden bislang noch keinen eigenen, sicheren Dienst entwickelt hätten.

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