Rückkehr aus Risikogebieten

Quarantäne-Ausnahmen für Dienstreisende

Für zwingende geschäftliche Reisen in Risikogebiete können Ausnahmen von der Quarantänepflicht gelten.
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Für zwingende geschäftliche Reisen in Risikogebiete können Ausnahmen von der Quarantänepflicht gelten.

Seit dieser Woche müssen sich Reisende, die aus einem Corona-Risikogebiet zurück nach Deutschland kommen, in eine zehntägige Quarantäne begeben. Doch es gibt Ausnahmen.

Was viele nicht wissen: Unter bestimmten Voraussetzungen ist es möglich, sich von der Verpflichtung zur Selbstisolierung befreien zu lassen – obwohl diese zunächst einmal für alle Rückkehrer aus sogenannten Risikogebieten gilt.

Diese Ausnahmeregeln gelten nicht nur, jedoch vor allem für Geschäftsreisende, die sich weniger als fünf Tage in einem Risikogebiet aufgehalten haben.

Da es sich jedoch um eine sogenannte "Musterverordnung" des Bundes handelt, kann diese von den Bundesländern auch in abgeänderter Version umgesetzt werden. So klammert zum Beispiel Nordrhein-Westfalen solche Personen von der Quarantäne-Pflicht aus, "die sich für bis zu fünf Tage zwingend notwendig und unaufschiebbar beruflich veranlasst (...) in einem Risikogebiet  aufgehalten haben oder in das Bundesgebiet einreisen, wenn die zwingende Notwendigkeit durch den Arbeitgeber, Auftraggeber oder die Bildungseinrichtung bescheinigt worden ist", wie es in der entsprechenden Verordnung des Landes heißt.

Dies gilt der Verordnung zufolge aber nur, wenn "die Personen über ein negatives Testergebnis in Bezug auf eine Infektion mit dem Coronavirus (...) verfügen (...). Die Testung darf entweder höchstens 48 Stunden vor Einreise vorgenommen worden sein oder muss bei der Einreise in die Bundesrepublik Deutschland vorgenommen werden".

Weitere Ausnahmen von der Quarantänepflicht haben die Bundesländer zum Teil für Durchreisende, im Grenzverkehr für bis zu 24 Stunden oder Grenzpendler sowie engste Familienbesuche – etwa des Ehepartners – festfelegt.

Für alle übrigen Reisende gilt wie berichtet, dass sie eine zehntägige Quarantäne anzutreten haben. Allerdings können sie sich nach fünf Tagen auf Corona testen lassen und ihre Selbstisolierung beenden, wenn der Test negativ ausfällt. Welche Länder und Regionen als Risikogebiete gelten, ist hier zu erfahren.

Für alle Reisende aus Corona-Risikogebieten – also auch für diejenigen, für die Ausnahmen von der Quarantäne gelten –, besteht zusätzlich die Pflicht, vor der Rückreise nach Deutschland die Digitale Einreiseanmeldung auszufüllen. Hierzu müssen sie ihre Daten auf der neuen Website www.einreiseanmeldung.de hinterlegen.
Dazu gehören zum Beispiel ihre Kontaktdaten sowie die Daten zum Aufenthaltsort der letzten zehn Tage (im Risikogebiet) sowie die Angaben zum genutzten Verkehrsmittel und die Anschrift der nächsten zehn Tage. Dieses neue Verfahren ersetzt die bisherige analoge Aussteigekarte. Es gilt für den Flugverkehr, aber auch für die Einreise mit Auto, Bahn, Bus oder Schiff. Die Einreiseanmeldung muss vor der Wiedereinreise nach Deutschland ausgefüllt werden.

PDF-Dokument aufbewahren

Als Bestätigung erhalten die Reisenden ein PDF-Dokument, welches abgespeichert und digital oder als ausgedrucktes Dokument bei der Einreise mitzuführen ist und auf Verlangen vorgezeigt werden muss. Zur Not halten Fluggesellschaften für eine bestimmte Übergangszeit noch analoge Ersatzmitteilungen vor. Für die Registrierung sind die Passagiere zuständig – nicht die Airline oder der Veranstalter.

Die Bestätigung über die Registrierung muss bei Passkontrolle oder auf Verlangen der Fluggesellschaft vorgezeigt werden. Ist sie nicht vorhanden, drohen hohe Bußgelder.
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