Reiserückkehrer

Quarantäne soll nur noch 10 statt 14 Tage dauern

Jens Spahn
BMG
Jens Spahn

Diese Entscheidung hat die EU getroffen. In Deutschland ist sogar ein Verlassen der Quarantäne nach 5 Tagen möglich, wenn ein Corona-Test negativ ausfällt. Gesundheitsminister Spahn rät insgesamt vom Reisen ins Ausland aus touristischen Gründen ab.

Die Staaten der Europäischen Gemeinschaft wollen ihre Corona-Regelungen weiter vereinheitlichen. Schließlich stehe man in allen Ländern vor denselben Problemen, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn nach einer Videokonferenz der EU-Gesundheitsminister.

Einen gemeinsamen Weg versuchten die EU-Gesundheitsminister für Regelungen bei Rückkehrern aus Risikogebieten zu finden. Europaweit unterschiedliche Ansätze würden dabei "nur für Verunsicherung und für Probleme in den Grenzregionen" sorgen, erklärte Spahn den Ansatz. Die EU-Ressortchefs hätten sich deswegen bei dem Treffen auf eine Verkürzung der Quarantänezeit von 14 auf mindestens 10 Tage verständigt.

Ob die Mitglieder diesen Vorschlag übernehmen, ist ihnen jedoch freigestellt. Spahn kündigte an, er könne sich gut vorstellen, die 10-Tage-Regelung auch in Deutschland aufzugreifen. In Deutschland gilt frühestens ab dem 1. Oktober derzeit noch die Pflicht zu einer 14-tägigen Quarantäne für Rückkehrer aus Risikogebieten. Lassen sich diese jedoch nach dem 5. Tag testen und fällt der Test negativ aus, können sie die Quarantäne vorzeitig beenden.

Über diese Regelung soll nun auch europaweit diskutiert werden, sagte Spahn. Sie könnte also zum Vorbild für alle EU-Staaten werden.

Auch bei der Verteilung eines Impfstoffes planen die EU-Gesundheitsminister einen gemeinsamen Weg zu gehen. Laut Spahn sei man sich einig gewesen, dass alle 27 Staaten fair und auch gleichzeitig Zugang zu einem Impfstoff haben sollen. "Nicht jeder kauft für sich, sondern wir machen das zusammen mit der Europäischen Kommission", erklärte der Minister das Vorgehen.

Herbstferien in Deutschland verbringen

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) rief die Deutschen zudem dazu auf, wegen der anhaltenden Corona-Pandemie die Herbstferien und den Weihnachtsurlaub in Deutschland zu verbringen. Grund ist auch, dass in vielen Ländern außerhalb Deutschlands die Corona-Zahlen deutlich stärker ansteigen als bei uns – in Europa sind vor allem Länder wie Spanien, Frankreich, Kroatien, Rumänien und der Balkan betroffen. Bereits zu Beginn der Pandemie im Februar/März spielten Urlaubsrückkehrer etwa aus Ischgl in Österreich eine große Rolle bei der Verbreitung des Virus.

Hinzu kommt, dass sich Menschen, die auf Reisen in Risikoländer verzichten, solidarisch mit ihren Mitbürgern und den Beschäftigten der Gesundheitsämter zeigten: Diese könnten ihre ihnen zur Verfügung stehenden Test- und Personalkapazitäten dann auf den Schutz der Risikogruppen konzentrieren, also vor allem auf Alten- und Pflegeheime.

Wann es tatsächlich eine Impfung gegen Corona geben wird, ist derzeit noch völlig unklar. Die Hoffnungen ruhen jedoch auf der Entwicklung von Schnelltests, die binnen weniger Minuten zeigen, ob eine Person erkrankt ist oder nicht. Dementsprechend kann sofort gesagt werden, ob sich Menschen für eine gewisse Zeit in Quarantäne begeben müssen oder nicht.
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