Pleite 2017

Insolvenzverwalter der Air Berlin will Milliarden von Etihad

In der einstigen Hauptverwaltung der Air Berlin am Saatwinkler Damm in Berlin arbeiten noch immer einige Abwickler.
Ralf Roletschek/commons.wikimedia, GFDL 1.2
In der einstigen Hauptverwaltung der Air Berlin am Saatwinkler Damm in Berlin arbeiten noch immer einige Abwickler.

Nach Einschätzung des Insolvenzverwalters hat der Großaktionär Etihad zu unvermittelt den finanziellen Stecker seiner Tochter Air Berlin gezogen. Die Araber sollen nun zahlen.

Nach der Insolvenz von Air Berlin wird vor Gericht um Milliarden-Summen gestritten. Der Insolvenzverwalter der deutschen Fluggesellschaft, Lucas Flöther, hat den Großaktionär Etihad auf Schadenersatz verklagt, wie das Landgericht Berlin bestätigt.

Der Insolvenzverwalter verlange konkret die Zahlung von 500 Mio. Euro sowie die Feststellung, dass Etihad zu weiterem Schadenersatz verpflichtet sei. Das Gericht legte den Streitwert „vorläufig auf bis zu zwei Milliarden Euro“ fest. Die halbe Milliarde Euro ergeben sich aus drei von Flöther bereits überprüften und als berechtigt eingeschätzten Forderungen ungenannter Gläubiger. Hinsichtlich der weiteren Forderungen könne er noch keine konkreten Summen nennen.

Der Insolvenzverwalter ist laut Gericht der Auffassung, dass Etihad mit Sitz in Abu Dhabi sich im April 2017 in einer sogenannten harten Patronatserklärung rechtsverbindlich verpflichtet habe, Air Berlin in den folgenden 18 Monaten finanziell zu unterstützen. Weil Etihad diese Zusage im August 2017 zurückgenommen habe, habe Air Berlin Insolvenz anmelden müssen.

Etihad als nationale Airline der Vereinigten Arabischen Emirate hielt seit dem Jahr 2012 Anteile von 29,2 Prozent an Air Berlin. Sie versorgte die damals zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft über verschiedene Instrumente immer wieder mit frischem Geld und sicherte sich über die Beteiligung Zugang zum deutschen Markt. (dpa)

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