Passagierrechte

Bei beschädigten Reifen muss die Airline zahlen

Startet ein Flieger mehr als 3 Stunden später, weil es Probleme mit den Rädern gab, steht den Fluggästen eine Entschädigung nach EU-Recht zu. Das entschied jetzt das Amtsgericht Hannover.

Bei defekten Reifen handele es sich nicht um einen außergewöhnlichen Umständ, urteilte das Amtsgericht Hannover (Aktenzeichen 462 C 2065/17). Das berichtet die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht in der Zeitschrift „Reise Recht aktuell“.

Konkret ging es um einen Mann, der von Hannover nach Teneriffa fliegen wollte. Weil ein Flugzeugreifen durch einen metallischen Fremdkörper beschädigt war, erreichte der Kläger die Insel erst mit mehr als 18 Stunden Verspätung. Er forderte 400 Euro als Entschädigung nach EU-Recht. Die Fluggesellschaft verweigerte dies: Auf der Startbahn liegende Objekte seien nicht ihr anzulasten, sondern dem Flughafen.

Das Gericht gab jedoch aber dem Kläger Recht. Es lasse sich nicht feststellen, ob der Fremdkörper auf der Start- und Landebahn oder während der Standzeit des Flugzeugs in den Reifen eingedrungen war. Das reiche nicht für einen außergewöhnlichen Umstand – für einen Sabotageakt oder gar einen Anschlag gab es keine Anzeichen. (dpa)

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