Noch immer kein Investor

Für Jet Airways wird es immer enger

Große Flotte, viele Ziele und ein gutes Geschäft: Das war einmal. Nun steht es schlecht um Jet Airways.
Jet Airways
Große Flotte, viele Ziele und ein gutes Geschäft: Das war einmal. Nun steht es schlecht um Jet Airways.

Nur noch wenige Maschinen hat die indische Fluggesellschaft in der Luft, die Piloten streiken, weil sie seit drei Monaten keinen Lohn mehr bekommen, und ein Investor ist nicht in Sicht: Langsam aber sicher gerät Jet Airways in eine brenzlige Lage.

Indischen Medienberichten zufolge gehen erste Gerüchte um, nach denen die auf einem Schuldenberg von umgerechnet 1,2 Mrd. Euro sitzende Jet Airways ihren Betrieb einstellen will. Offiziell geht die Suche nach einem Investor weiter: Im Gespräch ist zum Beispiel Etihad, die mit 24 Prozent an Jet Airways beteiligt ist. Allerdings müsste der neue Eigentümer die Schulden übernehmen.

Die Gläubigermehrheit rund um die indische Staatsbank SBI will angeblich knapp 180 Mio. Euro investieren, um Jet Airways am Leben zu erhalten. Allerdings ist das Geld offenbar (bislang?) nicht geflossen. Von den fast 120 Maschinen sind nur noch 5 in der Luft, da die Leasing-Raten für die anderen nicht mehr bezahlt werden können. Zugleich streiken die etwa 1000 Piloten, da sie seit drei Monaten keinen Lohn mehr erhalten.

Inzwischen meldete sich auch der indische Bier-Baron Vijay Mallya zu Wort, dessen Airline Kingfisher – größer Konkurrent von Jet – ebenfalls einen Schuldenberg von 1,2 Mrd. Euro anhäufte und darunter zusammenbrach. Als die Banken 2016 einen Antrag auf Verhaftung Mallyas stellten, verschwand er in Großbritannien. Mallya sagte, er "bedauere es, eine so große private Fluggesellschaft kurz vor dem Scheitern zu sehen".

Zugleich stellte er die riesige Summe in Frage, die Indien zur Rettung der ebenfalls hoch verschuldeten Air India einsetzte. Man müsse sich die Frage stellen, warum so viele große indische Fluggesellschaften kollabierten.

Jet Airways galt im Gegensatz zu Air Berlin und Alitalia immer als die "schöne" Tochter von Etihad, da sie Gewinne einflog. Doch zuletzt geriet sie in einen heftigen Abwärtsstrudel. Zu schaffen macht ihr auch der ruinöse Preiskampf, der auf dem indischen Flugmarkt derzeit geführt wird.

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