Meine Woche | KW47

Von Festnahmen, Datendiebstahl und Terroranschlägen

An dieser Stelle berichtet BizTravel-Chefredakteur Oliver Graue über seine Woche im Business Travel.

Mittwoch, 20.11.2019

Zwei Tage München – mit vollem Programm. Gestern habe ich eine höchst spannende Tagung der Munich Re, von Hansekuranz und Smart Risk Solutions zum Thema Reisesicherheit besucht: Experten berichteten darüber, wie Unternehmen im "Falle des Falles" am besten reagieren – und wie sie Notfällen vorbeugen. Erörtert wurden Fragen wie Datendiebstahl und Festnahme eines Mitarbeiters sowie das Verhalten bei Terroranschlägen. Besonders eindrücklich: Ein Mitarbeiter der Welthungerhilfe berichtete, wie er eine 33 Monate lange Entführung in den Taliban-Gebieten in Pakistan hinter sich gebracht und vor allem überlebt hat. Seine beiden Mitgefangenen aus Italien und den USA starben bei einem US-Luftangriff. Natürlich werden wir darüber berichten, sowohl in der fvw in gedruckter Form als auch auf biztravel.de.

Heute steht der europäische Geschäftsreisekongress der Verbände GBTA und VDR an. Mehr als 1000 Teilnehmer sind nach München gereist. Einen ganzen Tag lang geht es um spannende Themen, welche die Business-Travel-Branche bewegt. Ich bin gespannt – und berichte selbstverständlich an dieser Stelle.

Freitag, 15.11.2019

Ohne Frage: Der Schutz unseres Klima gehört zu den wichtigsten Herausforderungen der Gegenwart. Dennoch trägt das, was die Bundesregierung dazu entscheidet, teilweise den Charakter einer populistisch gefärbten Politik. Dazu gehört auch der Beschluss zur rückwirkenden Erhöhung der Luftverkehrssteuer.

Zum einen betrifft dies die Erhöhung selbst. Natürlich kann man der Ansicht sein, dass Menschen, die fliegen, auch mehr dafür bezahlen. Im Sinne des Klimaschutzes wäre das aber vor allem dann sinnvoll, wenn das eingenommene Geld in Umweltmaßnahmen investiert würde, etwa in die Förderung von Bio-Kerosin und in die Erforschung des elektrischen Fliegens. Das geschieht aber nicht – stattdessen dürfte das Geld dazu beitragen, den Staatshaushalt weiter aufzublähen. Und, was grundsätzlich gut ist, Bahnfahrscheine zu vergünstigen. Bis der Schienenkonzern jedoch zu einer wirklich verlässlichen Mobilitätsalternative für Geschäftsreisen wird, hat dieser noch etliche Hausaufgaben zu machen.

Zum zweiten betrifft dies die nachträgliche Wirkung der Steuererhöhung: Wer bereits heute Flüge gebucht hat, die erst ab 1. April 2020 stattfinden, auf den könnte eine Nacherhebung zukommen. Da es sich um Steuergeld handelt und nicht um von den Airlines verschuldeten Preissteigerungen, dürfen diese die Summe rein rechtlich von ihren Passagieren einfordern. Zugegeben: Die Zahl derartiger Vorausbuchungen wird sich in Grenzen halten. Dennoch bedeutet dies für das Travel Management einen zusätzlichen Aufwand. Der 1. April 2020 als Stichtag für die Erhöhung hätte es auch getan – dem Klima jedenfalls hätte es nicht geschadet.
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