Meine Woche | KW39

Drei Bühnen, viele Themen – und eine Mega-Pleite

fvw

An dieser Stelle berichtet BizTravel-Chefredakteur Oliver Graue über seine Woche im Business Travel.

Mittwoch, 25. September 2019

Aufatmen: Condor ist gerettet! Der Staat gewährt der Fluggesellschaft einen Kredit in Höhe von 380 Mio. Euro und verhindert damit, dass ein weiterer deutscher Traditionsname von der Wirtschaftsbühne verschwindet. Fraglich ist dennoch, ob Condor ohne die pleite gegangene Mutter Thomas Cook auf Dauer überleben kann. Ohne neue Konzepte, Partnerschaften oder gar einen Verkauf – bevorzugt an Lufthansa oder an TUIfly – wird es vermutlich langfristig nicht funktionieren.

Montag, 23. September 2019

Vorige Woche beim fvw-Kongress in Köln (siehe unten) hielt die europäische Thomas-Cook-Chefin Stefanie Berk noch die "Keynote", also den Auftaktbeitrag – in diesem Fall ein Gespräch mit meinem Kollegen Klaus Hildebrandt. Dabei war förmlich ihr Optimismus zu spüren, dass es ihr Konzern schaffen würde, an der Insolvenz vorbei zu schrammen. Stefanie Berk stellte das neue Thomas-Cook-Konzept vor, das ganz besonders auf den konzerneigenen Hotels fußen sollte. Als neuer Eigentümer stand der chinesische Fosun-Konzern quasi fest, alles schien in trockenen Tüchern.

Genau eine Woche später ist dies nur noch Makulatur. Der weltweit zweitgrößte Reiseveranstalter ist pleite, 21.000 Mitarbeiter verlieren möglicherweise ihren Job, und auch die Zukunft der Thomas-Cook-Fluggesellschaft Condor ist ungewiss. Für die gesamte Branche ist das ein schwerer Schlag. Die Kollegen haben in jedem Fall die fvw, die am Freitag erscheint, komplett umgeplant.

Donnerstag, 20. September 2019

Wer sich heute in der Redaktion umschaut, der blickt in viele müde Gesichter. Kein Wunder: Drei Tage lang Köln – davon zwei Tage fvw-Kongress – haben ihre Spuren hinterlassen. Hinzu kommt, dass Dutzende Vorträge, Podiumsdiskussionen, Seminare und Gespräche auf der Messe nun journalistisch aufbereitet werden müssen.

Insgesamt ziehen wir ein positives Fazit: Zwar fand der touristische Kongress bereits zum 3. Mal hintereinander in der Kölner Location "X-Post" statt, doch das Konzept war diesmal ein Neues. Die beiden kleinen Bühnen waren direkt in die Messefläche integriert, die große Bühne war nur durch eine an vielen Stellen offene Wand von dieser getrennt. Natürlich herrschte dadurch ein gewisser Geräuschpegel, doch so hoch wie anfangs von manchen befürchtet war er nicht. Stattdessen meldeten die Bühnen fast immer "volles Haus": weil die Besucher, die über die Messe bummelten, kurzerhand Halt machten und oft sehr lange den Vorträgen lauschten.

Ich selbst hatte zum ersten Mal die Aufgabe, als Moderator durch die beiden Tage auf der Hauptbühne zu führen. Zugegeben: Das war anstrengend. Es hat aber auch sehr viel Spaß gemacht, das Publikum zeigte sich interessiert, die Themenvielfalt war groß. Vom Klimaschutz - einem sehr angeregten Streitgespräch zwischen BDL und Atmosfair – reichte sie über Design-Stadthotels, Flugprobleme, NDC, Online-Reiseanbieter und neue Mobilität bis zur Prämierung von fünf jungen Touristikern.

Aber auch bei meinem Kollegen Martin Jürs, der die Gespräche zum Business Travel übernahm, blieb kaum ein Platz im Publikum frei. Und dennoch: Dass es wieder mal "geschafft" ist, darüber freuen wir uns alle. Und auf das Wochenende, das bei den meisten nun voll und ganz der Erholung dienen dürfte.

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